Bad Zurzach
69. Zurzacher Orientierungslauf: Weltelite zum Anfassen

Mehrfache Welt- und Europameister, Schüler und Rentnersorgten in Bad Zurzach für ein Volksfest der Orientierungsläufer. 450 Teilnehmer zählte die 69. Austragung des Zurzacher Orientierungslaufs. 34 Athleten der Elite-Kategorie waren am Start.

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69. Zurzacher Orientierungslauf: Spitzen- und Breitensportler auf Postensuche
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Jan Brunner aus Bad Zurzach läuft in der Nachwuchs-Elite-League als Sechster ins Ziel.
Bahnleger Nik Suter kommentiert live das Renngeschehen auf einem GPS-Bildschirm.
Geschafft Ein Breitensportler im Ziel der Sportanlage Tiergarten.

69. Zurzacher Orientierungslauf: Spitzen- und Breitensportler auf Postensuche

Patrick Zehnder

Es hat Seltenheitswert, dass sich die Weltelite des Orientierungslaufs derart mit den Breitensportlern durchmischt. Dass der kleine Knirps und der 85-jährige Rentner gemeinsam mit Welt- und Europameistern auf Postensuche gehen. «Zuletzt war die Elite 1992 im Zurzibiet», erinnert sich Leonhard Suter, Präsident der OLG Cordoba. Der OL-Klub der Region Baden, Brugg, Zurzach zeichnet Jahr für Jahr für den Zurzacher OL verantwortlich. Weil in einer Woche in Aarau der Weltcupfinal stattfindet und weil im Wald des Zurzibergs seit 20 Jahren kein Wettkampf mehr stattfand, fragte der nationale OL-Verband, ob die «Swiss Elite League» in Bad Zurzach laufen könne. «Da konnten wir natürlich nicht Nein sagen», sagt Suter. So wurde aus dem regionalen Breitensportanlass ein Stelldichein der Weltelite.

Speziell war der OL auch für Jan Brunner. Der 20-Jährige aus Bad Zurzach war gestern unter den 34 Elite-Läufern der einzige aus der Region. In der Nachwuchskategorie Männer 20 lief er auf den sechsten Platz. «Natürlich hatte ich ein bisschen einen Heimvorteil», sagte er mit einem Lächeln, «obwohl ich in dem Wald noch nie einen OL bestritten habe.» Doch von seinen Trainingsläufen kennt er die Gegend, manchmal kamen gar alte Kindheitserinnerungen hoch. «Während des Rennens dachte ich: Hier haben wir als Kinder mal eine Hütte gebaut.»

Brunner absolviert sein letztes Jahr an der Sportkanti in Aarau. Er hat eine schwierige Zeit hinter sich. Sportlich lief es nicht wie gewünscht. «Ich war ratlos», sagt Brunner. Bis ein Eisenmangel festgestellt wurde. «Ich habe wohl zu viel Kaffee getrunken und zu wenig Früchte gegessen.» Vor dem Rennen in Bad Zurzach hat er drei Wochen pausiert. «Heute ging es mir nicht um die Platzierung, sondern darum, wieder Freude am OL zu haben.» Dies ist gelungen. «Es war superschön», strahlte er nach dem Zieleinlauf, «jetzt bin ich wieder motiviert. Aber es braucht noch Geduld, um zu alter Stärke zu gelangen.» Brunner ist mit dem Team und der Staffel fünffacher Schweizer Nachwuchsmeister. Im Einzel holte er schon Silber und Bronze. In einem Monat endet seine Juniorenzeit. Nach der Matura will er für ein Jahr nach Schweden gehen, um sich im OL-Mekka ganz seiner Sportart widmen zu können.

Mit dem Sieger Daniel Hubmann und der zweitplatzierten Judith Wyder liefen gestern die klingendsten Namen aufs Podest. Fragt sich nur, wie die OLG Cordoba diesen Höhepunkt noch toppen will, wenn in einem Jahr das 70-Jahr-Jubiläum ansteht. «Das gelingt uns wohl nicht. Ausser wir haben eine Idee, die heute noch niemand kennt», sagt Präsident Suter. Vielleicht gibt es einen zweitägigen Anlass oder einen Nacht-OL. Suter muss sich allerdings nicht den Kopf zerbrechen: Nach 14 Jahren tritt er Ende Jahr als Präsident der OLG Cordoba ab. Am 26. November wird sein Nachfolger gewählt.

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