Villigen/Würenlingen
3-D-Film: Einmal Weltall und zurück

Erstmals kam das Publikum im PSI-Forum des Paul-Scherrer-Instituts in den Genuss des neuen 3D-Films «Einmal Weltall und zurück». Es erhielt damit spielerisch Einblick in das neue Grossprojekt SwissFEL, das 2016 in Betrieb gehen soll.

Ursula Burgherr
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Der neue Röntgenlaser SwissFEL wird im Würenlinger Wald in der Nähe des gegenwärtigen PSI-Geländes entstehen und sich auf 700 Meter Länge erstrecken. Die hochpräzise Anlage ermöglicht Forschenden am PSI erstmals, extrem schnelle Vorgänge wie die Entstehung neuer Moleküle bei chemischen und biologischen Reaktionen zu verfolgen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden in der praktischen Anwendung zur Entwicklung von neuen Medikamenten und Materialien führen. Der neue 3D-Film «Einmal Weltall und zurück» zeigt Besuchern des PSI-Forums auf unterhaltsame Weise, welche Möglichkeiten das Forschungsprojekt SwissFEL in allen Lebensbereichen eröffnet.

Scharf wie noch nie

Der Plot des Films greift voraus: der Röntgenlaser SwissFEL ist bereits realisiert und auch Aliens von einer fernen Galaxie haben davon erfahren. Die Luft auf ihrem Planeten ist derart stark verschmutzt, dass bald keine Existenz mehr möglich sein wird. Um zu überleben, reisen sie ans Paul-Scherrer-Institut, an dem sie dank der neuen «Erfindung» entscheidende chemische Reaktionen verstehen und ihren Lebensraum retten wollen.

Der ultimative SwissFEL-Experte Professor Femto mutierte an der Filmpremiere von der Trickfigur zum Mensch aus Fleisch und Blut und erklärte der Publikumsschar volksnah: «Röntgenstrahlen haben grosse Wellen, die winzige Atome und Elektronen nicht scharf erfassen können. Laser sind so schnell, dass man sie bisher kaum auf Bild bannen konnte. Darum bauen wir SwissFEL, eine weltweit neuartige Kombination von Röntgenstrahlen und Laser, die scharfe Einblicke wie noch nie gewährt.» Sein Name «Femto» kommt nicht von ungefähr. Eine Femtosekunde ist der millionste Teil einer milliardstel Sekunde. Mit dieser Zeitauflösung können dank SwissFEL Röntgenbilder von kleinsten molekularen Objekten geschossen und nach Computerverarbeitung Prozesse studiert werden, die an Oberflächen wie Proteinen ablaufen.

Pionierleistung aus der Schweiz

Carolin Loew reiste eigens aus dem Elsass an, um sich anhand des Films, Vorträgen und einer Führung durch die bereits bestehende Testanlage über SwissFEL zu informieren: «Die Schweiz wird mit diesem spektakulären und innovativen Projekt einen Vorsprung anderen Ländern gegenüber haben.» Markus Frei Hardt fand den Event im Hinblick auf die finanziellen Investitionen wichtig: «Das Publikum will wissen, für was hier öffentliche Gelder investiert werden. Deshalb muss mit anschaulichen Mitteln verständlich gemacht werden, dass die Grundlagenforschung am Paul-Scherrer- Institut nicht weltfremd, sondern elementarer Bestandteil für unsere künftige Entwicklung ist. Mit dem neuen 3D-Film ist das sehr gut gelungen.»

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