Leuggern
23,7 Millionen auf einen Schlag: Nun senkt die Gmeind den Steuerfuss auf 107 Prozent

Das Stimmvolk in Leuggern nimmt das Steuergeschenk an. Die Einwohner können sich über tiefere Steuern freuen.

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Leuggern in 24 Bildern
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Bekanntestes Gesicht von Leuggern: Tennis-Profi Stefanie Vögele wuchs hier auf.
Medaillenhersteller Faude (später: Faude & Huguenin) aus dem Ortsteil Gippingen machte die Gemeinde weitherum bekannt.
2013 schloss «Faude & Huguenin» seinen Betrieb in Gippingen - der Hauptsitz in Le Locle (NE) existiert weiter.
Jahrelanger Direktor der Tour de Suisse: Sepp Voegeli (links). Er stammt aus Gippingen/Leuggern.
Radsport-Traditionsanlass: Die Radsporttage Gippingen mit dem Grossen Preis des Kantons Aargau.
Gippingen ist deshalb auf der Radsportkarte ein Begriff.
Im Jahr 2012 war Leuggern Etappen- und Startort an der Tour de Suisse.
Zwischen Leuggern (Ortsteil Felsenau) und der Nachbargemeinde Koblenz fliesst die Aare in den Rhein.
Die H. Erne Metallbau AG aus Leuggern war jahrelang ein weitherum renommiertes Metallbauunternehmen, ehe es vor wenigen Jahren konkurs ging.
In Leuggern befindet sich eine Lourdes Grotte.
Tausende kommen jedes Jahr hierher.
Leuggern im Frühling – im Hintergrund das Naturparadies Klingnauer Stausee.
Die Kirche Leuggern wird 2019 aussen renoviert. Dabei werden der Glockenturm, die Fenster und die Fassade erneuert.
Leuggern im Frühling.
In Leuggern befindet sich das Regionalspital.
Blick auf das Spital in Leuggern - über 500 Babys werden hier alljährlich geboren.
Landgasthof Weisses Kreuz in Gippingen/Leuggern.
Im Zentrum von Leuggern: Restaurant & Lounge Sonne.
Ein Blickfang: Der rekonstruierte Hochaltar in der Kirche Leuggern.
Die Kirche bietet eine besondere Akkustik – hier ein Herbstkonzert des Männerchors Leuggern.
Blick auf Kirche und Spital (rechts).
Die Liegenschaft, in der sich das Gemeindehaus sowie die Raiffeisenbank in Leuggern befinden, aufgenommen am Samstag, 16. März 2019.
Im grossen Sportcenter, wo sonst Tennis oder Badminton gespielt wird, findet jeweils die GV der Raiffeisenbank Aare-Rhein statt.

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Walter Schwager

Jetzt ist es definitiv: Leuggern hat den Steuerfuss um 10 Prozentpunkte auf 107 Prozent gesenkt. Die 178 anwesenden von insgesamt 1435 Stimmbürgern haben das Budget 2020 an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch ohne Gegenstimme angenommen. Die Steuersenkung wurde aufgrund eines ausserordentlichen Steuerertrages von 23,7 Millionen Franken möglich.

Auf die Frage, von wem die Sondersteuer stammt, sagte Gemeindeammann Stefan Widmer vor rund zwei Wochen zu dieser Zeitung: «Von einer natürlichen Person, wegen eines ausserordentlichen Ereignisses.»

Aufgrund des Persönlichkeitsschutzes durfte er keine weiteren Angaben zur Herkunft des Sondersteuerertrages machen. Möglich mache die Steuersenkung nicht in erster Linie der einmalige Geldsegen, sondern vielmehr die nun allgemein jährlich zu erwartenden Steuereinnahmen, sagte Widmer weiter.

Die Kehrseite der Medaille: Leuggern hat bisher jährlich netto rund 400'000 bis 500'000 Franken aus den kantonalen Finanz- und Lastenausgleich erhalten. Aufgrund der ausserordentlichen Sondersteuern rechnet der Gemeinderat jetzt aber mit 4,5 Millionen Franken, die in den Jahren 2021 bis 2023 einbezahlt werden müssen. Deshalb mussten die Leuggemer an der Wintergmeind auch über die Rückstellung dieses Betrages befinden. Dieser Antrag wurde ebenfalls ohne Gegenstimme angenommen.

Sanierung der Bezirksschule

Keine Gegenstimme gab es auch beim Kredit über 1,75 Millionen Franken für die Sanierung der Bezirksschule, sofern dieser Oberstufenstandort bestehen bleibt. Mit 172 Ja-Stimmen zu 1 Gegen-Stimme bei fünf Enthaltungen genehmigten die Stimmbürger einen Verpflichtungskredit über 170'000 Franken für die Einführung und die Umsetzung des Fachs Medien und Informatik an der Primarschule.

Etwas knapper fiel die Entscheidung für den Verpflichtungskredit für die Sanierung der Fussgängerpasserelle im Ortsteil Felsenau aus: Mit 130 Ja- gegenüber 15 Nein-Stimmen wurde der Antrag der Gemeinde angenommen.

Nein zu Kompetenzsumme

Abgelehnt mit 101 Nein- gegenüber 55 Ja-Stimmen und 22 Enthaltungen wurde vom Volk hingegen die Anpassung der Gemeindeordnung und damit auch der zuvor angenommen Abänderungsantrag. Der Gemeinderat wollte die Kompetenzsumme bei Liegenschaftskäufen und -verkäufen anpassen. (sga)