Endingen
200'000 Franken Schaden und 2 Rauchvergiftungen: Werkstatt fast explodiert

Die Folgen des Brandes in einer Velowerkstatt in Endingen vom Freitagabend hätten gravierender sein können. Ein Benzinkanister hielt der Hitze stand. Wäre er explodiert, wäre das Haus im Vollbrand gestanden. Der Schaden ist trotzdem immens.

Angelo Zambelli
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Walter «Kewa» Keller hats bös erwischt: Das Velo- und Radsportgeschäft an der Endinger Winkelstrasse ist ausgebrannt.

Walter «Kewa» Keller hats bös erwischt: Das Velo- und Radsportgeschäft an der Endinger Winkelstrasse ist ausgebrannt.

Angelo Zambelli

Schrecksekunde für Walter und Patrizia Keller am Freitagabend: Gegen 21 Uhr brach im Fahrradgeschäft unter ihrer Wohnung ein Brand aus («Schweiz am Sonntag», 16. Februar): «Zuerst dachte ich, dass auf der Baustelle gegenüber noch gearbeitet wird», erinnert sich Walter Keller, Besitzer des ausgebrannten Fahrradgeschäfts und im Bezirk Zurzach besser bekannt unter dem Kurznamen «Kewa».

Es waren aber nicht Arbeiter, die spätnachts die seltsamen Geräusche verursacht hatten. Die Auswertung einer Überwachungskamera ergab, dass sich der Akku eines Elektrovelos entzündet hatte. Walter Keller vermutet, dass der für die Begrenzung der Temperatur zuständige Thermostat nicht oder nicht mehr richtig funktionierte.

Dadurch konnte sich der Akku so stark erhitzen, dass es zum Brandausbruch kam. Aufgrund der Hitze explodierten die in der Werkstatt stehenden Farbspraydosen, was auch die vom Brandherd weiter entfernten Velos und Mofas unbrauchbar machte. Genauere Erkenntnisse über die Brandursache erhofft sich Walter «Kewa» Keller von den Ermittlungen der Kantonspolizei.

Ein Augenschein am Brandort offenbarte den Umfang des entstandenen Schadens: Sämtliche Kunststoffteile eines direkt neben dem mutmasslichen Brandherd stehenden Motorrads sind geschmolzen und haben den Töff in ein bizarres Gebilde verwandelt. Alles, was sich im kleinen Raum an der Winkelstrasse befand, ist verrusst und mit Farbe bespritzt. Auch die Ersatzteile und die an der Decke hängenden Pneus sind nicht mehr zu gebrauchen.

Schaden über 200 000 Franken

Erste Schätzungen des Schadens durch die Polizei lauteten auf 100 000 Franken. Walter Keller befürchtet nach eingehender Inspektion seines ausgebrannten Geschäfts, dass der Schaden eher zwischen 200 000 und 250 000 Franken liegt. Die Werkstatt und die darin befindlichen Velos, Mopeds und Roller erlitten Totalschaden; die über der ausgebrannten Werkstatt liegenden Wohnungen sind russgeschwärzt und müssen saniert werden.

Walter und Patrizia Keller hatten Glück im Unglück. In der Werkstatt befand sich ein Kunststoffkanister mit Benzin. Dieser überstand den Brand unbeschadet. «Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Kanister explodiert wäre», sagt Walter Keller. Glück war auch, dass die Zuleitungen zu den Mopedtanks in der Hitze schmolzen, die Tanks aber nicht explodierten.

Das über der Werkstatt wohnende Ehepaar Keller erlitt Rauchvergiftungen und musste sich im Spital Leuggern behandeln lassen. Auch in dieser Hinsicht war Glück im Spiel: Zwei, drei Atemzüge mehr – und das Ehepaar Keller wäre ohnmächtig geworden, eine rechtzeitige Flucht wäre unmöglich gewesen.

Verlegung nach Kleindöttingen

Bis geklärt ist, wie es mit der Filiale in Endingen weitergeht, werden Service und Reparaturen im Hauptgeschäft in Kleindöttingen ausgeführt. Auch der wegen des Brandes am Boden zerstörte Nysret Ahmetaj, seit 25 Jahren Geschäftsführer der Endinger Kewa-Filiale, wechselt nach den dringendsten Aufräumarbeiten in Endingen nach Kleindöttingen.

Erst wenn die Ereignisse vom Freitag verarbeitet und die Räume wieder einigermassen hergerichtet sind, will Walter Keller zusammen mit seinen Söhnen entscheiden, ob das Geschäft in Endingen weitergeführt wird oder nicht.

TeleM1 berichtete am Samstag über den Brand: