An der Einwohnergemeindeversammlung im Sommer 2016 nahmen die Stimmbürger das Projekt für den Hochwasserschutz des Dorfkerns Koblenz diskussionslos an. Der Bruttokredit belief sich auf 520'000 Franken. Die Ausarbeitung des genehmigungsfähigen Vorhabens gestaltete sich danach schwieriger als zunächst angenommen, was zu zeitlichen Verzögerungen führte. Inzwischen ist die entsprechende Frist ohne Einwendungen abgelaufen. Damit sollte der Baubewilligung nichts mehr im Wege stehen. Die schriftlichen Zusagen über die Subventionen von Bund, Kanton und Aargauischer Gebäudeversicherung (AGV) dürften bis Ende Mai vorliegen. «Die letzten Vorbereitungen werden nun getroffen, sodass die Realisierung des Projekts voraussichtlich diesen Herbst oder Winter im geplanten Kostenrahmen erfolgen kann», sagt Gemeindeschreiber Kurt Waser.

Bis es soweit ist, muss sich die Gemeinde allerdings noch mit einem unliebsamen Eindringling auseinandersetzen. Vertiefte Prüfungen haben ergeben, dass der Damm zwischen der Treppe des Abwasserpumpwerks Viadukt und dem Eisenbahnviadukt mit asiatischem Staudenknöterich (auch als Neophyten bekannt) durchsetzt ist. Es sei für den nachhaltig wirksamen Hochwasserschutz wichtig, dass das Gewächs radikal bekämpft wird, sagt Waser. Der Bewuchs mit Staudenknöterich berge die Gefahr, dass sich der Bestand über das Gewässer schnell und grossräumig weiterverbreite.

Mit seiner enormen Wuchskraft durchdringt der Staudenknöterich auch Mauerfugen und Asphalt. Und wo er wächst, verdrängt er einheimische Pflanzen. Für das Hochwasserschutzprojekt in Koblenz zudem wesentlich: Die Pflanze verringert nicht nur die Uferstabilität und fördert die Ufererosion, seine Kraft reicht auch aus, um den gemauerten Damm aufzubrechen. Darüber hinaus darf in unmittelbarer Nähe zum Ufer gemäss Gewässerschutzgesetz kein Herbizid eingesetzt werden. «Als einzig effektive Bekämpfungsmassnahme bleibt nun nur, den Bestand vollständig auszuheben», sagt Kurt Waser. Da die Pflanze lange Wurzeln bildet, muss der Damm bis zu einer Tiefe von drei Metern abgetragen werden.

Alle vermehrungsfähigen Pflanzenteile werden danach in der Kehrichtverbrennung entsorgt oder zu Biogas vergärt. Die Erde wird dann auf eine Deponie abgeführt und muss dort mindestens fünf Meter hoch überdeckt werden. Für diese Arbeiten entstehen Kosten in der Höhe von total 120'000 Franken.

Hierzu muss an der Einwohnergemeindeversammlung vom 19. Juni ein Zusatzkredit beantragt werden. Nach Erhalt der Subventionen von Bund, Kanton und AGV dürfte die Bekämpfung des Staudenknöterichs die Gemeinde noch rund 40'000 Franken kosten.