Heute Mittwoch blickt die Schweiz ins Bundeshaus. Ab 8 Uhr wählt die vereinte Bundesversammlung die Nachfolgerin bzw. den Nachfolger von Doris Leuthard (CVP) und Johann Schneider-Ammann (FDP). Bei den Freisinnigen steigt Karin Keller-Sutter steigt als grosse Favoritin ins Rennen. Die St. Gallerin liegt in den Umfragewerten deutlich vor ihrem Obwaldner Widersacher Hans Wicki.

Uneingeschränkten Rückhalt geniesst Keller-Sutter auch bei ihrer Basis in der Region. Ihre Parteikollegin, die Zurzibieter FDP-Bezirkspräsidentin Claudia Hauser hält grosse Stücke auf Keller-Sutter. «Ihre geradlinige und verhandlungssichere Art zu politisieren kommt sehr gut an. Sie wäre eine hervorragende Wahl.»

«Zusätzlicher Schub»

Von Keller-Sutters Einsitz in die Landesregierung erhofft sich Hauser auch einen Effekt für die eidgenössischen Wahlen im kommenden Jahr. «Als bundesrätliches Aushängeschild könnte sie der Partei zu einem zusätzlichen Schub verhelfen», erklärt die Döttinger Grossrätin, die sich ihrerseits für eine Nationalratskandidatur nächsten Herbst zur Verfügung stellen will, sofern sie morgen Donnerstag von ihrer Partei nominiert wird.

Ein knapperes Ergebnis zeichnet sich, dürfte das Volk die Stimme abgeben, bei der CVP ab: Bei einer von Tamedia diese Woche in Auftrag gegebenen Befragung würden 26 Prozent Viola Amherd unterstützen, Heidi Z’graggen käme auf 24 Prozent. Die Schlussfolgerung: Beide verfügen in der Bevölkerung keinen grossen Rückhalt im Volk.

Eher für Z'graggen

Zu einem anderen Schluss kommt der CVP-Präsident aus dem Bezirk, Andreas Meier. Die beiden sind sich politisch sehr ähnlich. Entscheidender ist laut dem Klingnauer Grossrat, dass die Walliserin und die Urnerin die Werte der CVP im besten Sinn vertreten und mit Blick aufs Zurzibiet, «dass sowohl Amherd wie auch Z’graggen aus ländlichen Kantonen kommen und die Probleme und Sorgen aus Struktur schwächeren Regionen kennen und die nötige Sensibilität für deren Anliegen aufbringen».

Das Zurzibiet sei im Kanton flächenmässig ebenfalls bedeutend, bevölkerungsmässig hingegen eher bescheiden. Müsste Meier sich festlegen, würde er seine Stimme Heidi Z’graggen geben. Weil sie wie er eine etwas bürgerlichere Politik pflegt.

Einen kleinen unerwünschten Nebeneffekt hätte die Wahl von Karin Keller-Sutter für Claudia Hauser gleichwohl. Sie plante, die designierte Bundesrätin nächstes Jahr für ein Referat in der FDP Bezirk Zurzach einzuladen. «Ob sie als Bundesrätin dafür Zeit findet, ist eher unsicher.»