Und das zeigt sich auch in ihrer schulischen Leistung. Die Bezirksschülerin hat am Känguru-Mathematikwettbewerb den zweiten Rang erreicht, und zwar in der Gesamtschweiz. Unter 8000 Schülerinnen und Schülern in der Kategorie 7. und 8. Klasse wurde ihr Resultat nur von einer Person übertroffen.

Die Achtklässlerin ist stolz auf ihre Leistung, aber gibt zu: «Ich hatte ein gutes Gefühl während der Prüfung. Das ich aber so gut war, überrascht mich selbst.» Der naheliegende Schluss wäre jetzt, dass das junge Mathe-Ass später mal Mathematikerin, Ingenieurin oder Physikerin wird. Doch dem ist nicht so. «Mathe ist momentan nicht mal mein Lieblingsfach, sondern Turnen», sagt Tabea mit einem Grinsen. Sie wolle zuerst den Sprung an die Kantonsschule schaffen und dann etwas in Richtung Medizin studieren. «Mein Traumjob ist im Moment Physiotherapeutin oder Sportmedizinerin.» Die junge Frau ist sehr zielstrebig und hat auch eine Antwort auf das Vorurteil, dass Mathematik eine Männerdomäne sei. «Ich finde, dass man sich nicht von solchen Klischees beeinflussen lassen sollte. Nur so kann man Ziele erreichen.»

Schulleitung ist zufrieden

Und nicht nur Tabea ist stolz, sondern auch die Lehrer und die Schulleitung. Chantal Sylla-Bucher, die Schulleiterin der Bezirksschule Endingen, sagt zum Erfolg ihrer Schülerin: «Es freut meine Kollegen und mich unheimlich. Nicht nur, dass Tabea eine der Besten in der Schweiz ist, auch die anderen Schüler unserer Schule haben zum Teil sehr gute Resultate erzielt.» Und dies sei nicht nur einem Lehrer zuzuschreiben. «Alle unsere Mathematik-Lehrpersonen haben mit ihren jeweiligen Klassen gute Leistungen gezeigt.»

Mathematik ist eher trocken – fast schon staubig. Aus diesem Grund haben 1978 australische Hochschulmathematiker einen Wettbewerb entwickelt, an dem möglichst viele Schüler teilnehmen und so ihr Interesse an der Mathematik entdecken. Der Känguru-Wettbewerb ist mittlerweile international, rund sechs Millionen Schüler aus über 60 Ländern nehmen daran teil.

Nur Blatt und Stift

«Alleine in der Schweiz machen rund 30 000 Schüler in fünf Kategorien mit», sagt Toni Eichler, Verantwortlicher für den Wettbewerb an der Bezirksschule Endingen. «Die Tests werden überall am gleichen Tag durchgeführt und dann ausgewertet.» Taschenrechner gebe es nicht. «Die Schüler haben nur ein Notizpapier als Hilfsmittel», so Eichler.

Auch auf einen Preis darf sich Tabea Eichler freuen. Die Teenagerin darf, gemeinsam mit den Besten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, vier Tage in Quarten am Walensee verbringen. Das verlängerte Wochenende findet jedoch während der Schulzeit statt. Die Schulleiterin sagt dazu mit einem Lachen: «Diesen Urlaub werde ich Tabea natürlich bewilligen.»