Bezirk Zurzach

Zurzibieter Kapellen strahlen aus bis nach Kamerun

Die römisch-katholische Landeskirche lädt zur zweiten Aargauer Kapellenwanderung ein. Bei der zweiten Auflage am 20. April kommt das Zurzibiet zu Ehren. Die Wanderung führt von Bad Zurzach über den Achenberg nach Tegerfelden.

Die erste Aargauer Kapellenwanderung der römisch-katholischen Landeskirche startete in Villmergen im Freiamt. Erwandert und erkundet wurden die Nothelferkapelle in Villmergen, die Schlosskapelle Hilfikon, die Muttergotteskapelle in Uezwil und die Nikolauskapelle in Büttikon erkundet und erwandert.

Bei der zweiten Auflage am 20. April kommt das Zurzibiet zu Ehren. Mit der von Historiker Linus Hüsser geführten Wanderung will die römisch-katholische Landeskirche nicht nur einen Einblick in die Geschichte der Kapellen vermitteln, sondern auch den Zugang zum kulturhistorischen Kapelleninventar ermöglichen sowie die Bedeutung der Gotteshäuser für die Menschen in der Region aufzeigen.

Die Wanderung führt von Bad Zurzach über den Achenberg nach Tegerfelden. Geführt von Kapellenautor und Historiker Linus Hüsser, erfährt die Wandergesellschaft allerlei Wissenswertes und Erstaunliches über die Kapelle Kirchlibuck, das Verenamünster, die Krypta der heiligen Verena im Münster sowie über die Loreto-Kapelle auf dem Achenberg zwischen Bad Zurzach und Klingnau und über die Sebastianskapelle in Tegerfelden.

Die Kapellen und ihre Geschichten

Die Kapelle auf dem Kirchlibucks oberhalb der Rheinbrücke Bad Zurzach-Rheinheim wurde erbaut zum Gedenken an die Auffindung des Verena-Krügleins sowie zu Ehren der heiligen Verena und der thebäischen Märtyrer.

Die Mauern des westlichen Kapellenteils reichen ins erste Jahrtausend zurück, vermutlich nachträglich angebaut war eine um Mauerstärke eingezogene Apsis (halbkreisförmiger, mit einer Halbkuppel überwölbter Raum) mit angebautem Altarsockel. Unter einer Bretterabdeckung im Chor ist das entsprechende Fundament noch sichtbar. Heute ist die Kapelle auf dem Kirchlibuck ein beliebter Ort zum Heiraten. Auch werden regelmässig wieder Gottesdienste abgehalten.

Nach der Besichtigung des Verenamünsters und des Verenagrabes in der Krypta des Münsters führt die Wanderung hinauf zur Loreto-Kapelle auf dem Achenberg. Die Besonderheiten der Kapelle sind der Rastplatz mit einem grossen Steinkreuz vor der Kapelle, die spätbarocke Plastik der Gottesmutter mit sieben Schwertern in der Brust sowie der zum Gotteshaus hinführende Kreuzweg mit seinen 14 Stationen.

Letzte Station Sebastianskapelle

Letzte Station der 2. Aargauer Kapellenwanderung ist die Sebastianskapelle in Tegerfelden. 1257 baute Walter von Klingen auf dem Boden der heutigen reformierten Kirche Tegerfelden eine Kapelle und verschenkte sie den Spitalbrüdern des heiligen Johannes von Leuggern. 135 Jahre diente das Kapellchen beiden Religionen als Gotteshaus.

1661 strebten die Reformierten den Bau einer eigenen Kirche an. Einige Leute kamen dieser Absicht auf die Schliche und inszenierten Lausbubenstreiche, darunter eine Entführung des Altars in der Osternacht.

Um solche Streitigkeiten künftig zu vermeiden, beschlossen die Katholiken von Tegerfelden, neben dem katholischen Schulhausplatz im Zentrum des Dorfes – also an ihrem heutigen Platz – eine eigene Kapelle zu errichten. 1664 wurde die katholischen Kapelle gebaut. 1964 schaffte die Kapellengemeinde drei neue Glocken an. Die grösste der alten Glocken aus dem 12. Jahrhundert ist im Museum Aarau ausgestellt. Die kleine Glocke dient als Gong in der Kapelle. Die mittlere ist heute ein Kleinod in einer Missionsstation in Kamerun.

Anmeldung und weitere Auskünfte auf www.kathaargau.ch

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