Kleindöttingen

Zurzibieter Boxer Davide Faraci erobert Italien

Davide Faraci (l.) besiegt Nicola Ciriani und ist neuer italienischer Meister.

Davide Faraci (l.) besiegt Nicola Ciriani und ist neuer italienischer Meister.

Der Kleindöttinger Profi Davide Faraci ist neuer italienischer Meister im Halbschwergewicht.

«Ich und mein Team sind sehr glücklich, dass ich nach intensiver Vorbereitung, die an die Substanz gegangen ist, nun mit diesem Titel belohnt wurde. Das ist eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Davide Faraci. Der 27-jährige Kleindöttinger ist frischgebackener italienischer Box-Meister in der Gewichtsklasse Halbschwergewicht. Dort sind Boxer eingeteilt, die zwischen 76,3 und 79,4 Kilogramm wiegen. Nachdem er in Udine gegen Nicola Ciriani das entscheidende Duell gewann, musste dieser den Titel an Faraci abgeben. Der italienisch-schweizerische Doppelbürger besiegte Ciriani in der siebten Runde durch technischen K. o. Nach Siegen an internationalen Turnieren, einer Bronzemedaille an der U22-Europameisterschaft in Russland vor sieben Jahren und der Auszeichnung vom Verband zum besten Schweizer Amateurboxer der letzten 50 Jahre ist der italienische Meistertitel im Halbschwergewicht nun eine seiner grössten Errungenschaften und der 13. Sieg im 13. Profikampf. Ein persönliches Ziel, das er seit längerem verfolge, sei somit erreicht, sagt Faraci.

Nun gilt es, nach weiteren Triumphen zu streben, möglichst inklusive der Krone in Europa: «Ein grosses Ziel ist sicherlich, um einen EM-Titel zu kämpfen. Aber als Nächstes strebe ich im Herbst einen internationalen Titel unabhängig von einem EM-Kampf an. Zudem habe ich nach dem italienischen Meistertitel mehrere Angebote für Duelle aus dem Ausland erhalten, darunter auch aus den USA.» Um die Chance zu erhalten, um den Europameister-Titel zu kämpfen, brauchen Boxer im Normalfall die Anfrage des Verbandes, welche je nach Platzierung in der europäischen Rangliste erfolgt, wo Faraci zurzeit den 19. Platz belegt.

Die Angebote würden nun im Team besprochen und abgewogen, wie man damit verfahren solle. Zu seinen engsten Unterstützern zählt Faraci seinen Trainer Simone D’Alessandri, der ihn seit dem Sprung zu den Profis Ende 2016 begleitet, sowie Manager Toni Barbera. Zuverlässige Leute um sich zu wissen, sei im Boxen sehr viel wert, so der 1,87 Meter grosse Faraci: «Um nicht überheblich zu werden, sind auch die richtigen Personen im Team wichtig, die einen am Boden halten. Wichtig ist, nicht alles auf einmal zu wollen. Ich bin nun italienischer Meister, was nicht heisst, dass ich jetzt jeden Boxer schlagen kann.»

Leben spielt in der Schweiz

Faraci besitzt neben dem Schweizer Pass auch die italienischen Staatspapiere. Die meiste Zeit verbringt der Zurzibieter aber hier: «Mein Lebensmittelpunkt ist klar in der Schweiz. Auch wenn neben dem Boxen Angelegenheiten anstehen, erledige ich das von hier. In Italien trainiere ich einfach für meine Kämpfe.» Für das Training in Italien reist Faraci jeweils nach Pomezia, einen Vorort der Hauptstadt Rom. Dort wohnt er in einer Mietwohnung, während im Training Technik und Taktik für anstehende Boxkämpfe vertieft werden. Zuvor arbeitet Faraci in der Schweiz an seiner athletischen Beweglichkeit, wobei viele Grundübungen, wie Krafttraining von Muskelaufbau, Maximalkraft bis hin zu Kraftausdauer trainiert werden. «Gegen Ende der Vorbereitungen fliesst dann alles ineinander. Die Vorbereitung wird dann immer Box-spezifischer, wobei athletische Übungen mit Box-Übungen verbunden werden», erklärt Faraci.

Nach dem errungenen italienischen Meistertitel in der Kategorie Halbschwergewicht steigt Faraci in der Box-Weltrangliste um ein grosses Stück hinauf. Von Platz 88 klettert er auf Rang 30. Aktuell ist kein Schweizer Boxer besser platziert als Faraci.

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