Am 1. April startet das Regibad Bad Zurzach in die Badesaison 2015. Diese wird die Feuerprobe für die neue Betriebsleiterin Monika Dietsche. Sie will das Bad attraktiver machen und das bisher stets hohe Defizit verringern.

Damit das Baden unter freiem Himmel bereits im April möglich ist, heizt das Regibad sein Wasser bis auf 26 Grad. So erreicht es zwar eine längere Saison als andere Freibäder, doch das warme Wasser kostet bares Geld: Während es früher ein Nebenprodukt der benachbarten Solvay-Industrie war, muss es heute mit Gas geheizt werden.

Das trägt zu hohen Betriebskosten bei. Zusammen mit dem schlechten Sommer bedeutete das letzte Saison ein Defizit von satten 400 000 Franken – bei einem Umsatz von rund einer Million Franken.

Dafür gerade steht die Gemeinde Bad Zurzach mit ihren gut 4000 Einwohnern. Macht also pro Kopf 100 Franken. Hinzu kommt der Beitrag von 30 Franken, der grundsätzlich in den vier Trägergemeinden Bad Zurzach, Rietheim, Rekingen und Böbikon pro Person erhoben wird.

So hohe Kosten sind für die Gemeinden nicht tragbar, finden die Verantwortlichen des Regibads. Sie gehen deshalb in die Offensive: Die Preise für die Saisonabos steigen markant.

Für erwachsene Einwohner der Verbandsgemeinden kostet es neu 115 statt wie bisher 85 Franken, für Auswärtige 185 statt 155 Franken. Kauft man das Abo schon im April, gewährt das Bad einen Fünfliber Rabatt.

«Wir sind uns bewusst, dass das eine Preiserhöhung von 20 bis 35 Prozent ist», sagt Monika Dietsche. «Doch selbst die neuen Preise sind noch sehr günstig.» Mit seiner einzigartigen Lage am Rhein, den grossen Becken und dem beheizten Wasser biete das Regibad zudem auch etwas fürs Geld. Die Preise für Einzeleintritte bleiben gleich.

Für Dietsche, die auch als Coiffeuse arbeitet und im Gemeinderat Rekingen sitzt, ist klar: «Heute muss ein Freibad mehr bieten als nur Wasser. Es braucht Erlebnisse.»

Dazu gehörten unter anderem der Sprungturm und die Wasserrutschbahn. Letztere hat bereits 25 Jahre auf dem Buckel, weshalb Dietsche sie möglichst bald ersetzen will. Wann genau, ist noch nicht klar. Denn auch eine neue Rutschbahn ist mit 180 000 Franken nicht gerade billig.

Die neue Betriebsleiterin will ausserdem mehr Gäste anlocken, insbesondere auch Spaziergänger, die einfach nur ins badeigene Restaurant kommen – und dafür keinen Eintritt zahlen müssen. Zentrale Voraussetzung ist gutes Essen. Dafür soll der neue Pächter des Restaurants, Joe Klossner, sorgen.

Er ist gelernter Koch und will seinen Gästen «nicht nur Pommes und Chicken Nuggets» bieten. Die alte Pächterin, Isabelle Weiss, musste ihre Arbeit laut Monika Dietsche aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Mit der Qualität ihrer Arbeit sei man stets zufrieden gewesen.

Apropos Restaurant: Die alten Pläne, das Bistro ans Rheinufer zu verlegen und sowohl vom Spazierweg als auch vom Bad aus zugänglich zu machen, sind noch nicht begraben. Laut Regibad-Vizepräsident Chris Schweizer will man diese «Vision» nach wie vor umsetzen. Wann? Unklar. Es fehlt – wie bei vielem – an Geld.