Leuggern

Zum 100-Jahre-Jubiläum gibt es «De Schacher Sepp»

Der Theater Sportverein Leuggern feierte mit seiner neuen Inszenierung Premiere. Beim Publikum kam das gut an, nicht nur wegen des Jubiläums.

Auf dem Spielplan des Theater Sportverein steht 2019 «De Schacher Sepp». «Wir haben uns zum 100-Jahr-Jubiläum für ein spezielles Stück entschieden», sagte Bühnenbauchef Markus Sibold an der Premiere vor ausverkauften Rängen. «Gabi Regli hat es noch etwas zurecht geschrieben», erklärt Sibold.

Der Schacher Sepp (Mike Erdin, vorne) soll vom Beinli-Chrömer (Theo Sibold) abgeholt werden.

Der Schacher Sepp (Mike Erdin, vorne) soll vom Beinli-Chrömer (Theo Sibold) abgeholt werden.

Die Regisseurin, die seit vielen Jahren mit dem Verein verbunden und seit mehr als 30 Jahren im Theaterfach tätig ist, hat vieles vom Inhalt so adaptiert, dass sich der Zuschauer damit identifizieren kann. In ihrer Version spielt das Stück in Leuggern, Verena von Zurzach bevölkert den Himmel und schaut von oben dem irdischen Treiben belustigt zu.

«De Schacher Sepp» geht auf eine bayerische Erzählung von 1871 zurück. Auch in der Ur-Fassung geht es um den Tod und wie der Protagonist diesen austrickst. Dem Schacher Sepp, seit 1990 bei der Erstaufführung der schweizerdeutschen Bearbeitung Bühnenfigur, gelingt dies mit viel Kirschwasser und einem Betrug beim Jassen. Mike Erdin mimt den Sepp mit Gelassenheit und Bauernschläue, furchtlos, schlitzohrig und sympathisch. Und scheint damit willensstärker als der Tod oder Beinlichrömer (Theo Sibold).

Wie er bereits bei der ersten Begegnung der beiden agiert – mit dem zwischen Entschlossenheit und Kompromiss changierenden Gestus, mit dem täppischen Auftreten und einer Stimmlage, die zwischen lieblich-säuselnd und flehend – das gefiel dem Publikum an der Premiere. Immer wieder spendete es Szenenapplaus für einen Tod, der im Grunde auch nur ein Mensch ist und wie alle geliebt werden möchte.

Auch für Margrit Bryner, die bei der Premiere von «De Schacher Sepp» unter den Zuschauern sass, ist der Beinlichrömer der Sympathieträger des Stücks: «Theo Sibold spielt ihn einfach toll.» 25 Jahre hat sie selbst auf der Bühne der Mehrzweckhalle Leuggern gestanden.

Viele hätten den Brettern, die die Welt bedeuten, seit damals die Treue gehalten. sagt Bryner. So kann Regisseurin Gabi Regli auf einen Stock über Jahrzehnte erfahrener Akteure zurückgreifen. «Ich habe genügend Leute und musste nicht lange überlegen, wer welche Rolle bekommen soll.»

Die Zuschauer können sich auf viel Humor, Anspielungen und Seitenhiebe freuen, auf einen Abend, der neben fantasievollen und immer wieder wechselnden Bühnenbildern alles beinhaltet, humorvolle Parts ebenso wie nachdenkliche Passagen. Getreu dem Vereinsmotto, das David Emmenegger, im SV-Vorstand fürs Theater zuständig, so beschreibt: «Die Leute müssen lachen und abschalten können. Wir spielen keine Stücke, die traurig sind, aber auch niemals Stücke unter der Gürtellinie, wovon es viele gibt.»

Erstmals mit Gesang

Trotzdem ist dieses Jahr vieles neu: Die Wahl fiel auch deswegen auf den «De Schacher Sepp», weil im Stück mit seinen 16 Rollen das gesamte Ensemble auftreten kann. Doch nicht nur die geballte schauspielerischer Leistung wird bei der aktuellen Produktion aufgeboten.

Mit Musik, Tanz und erstmals mit Gesang wird dem Zuschauer ein Gesamtpaket serviert, das nach drei Monaten intensivster Probenarbeit bestens ankam. Und wie könnte es anders sein: Am Schluss, als der Sepp dann nach all den Irrungen und Wirrungen doch vor der Himmelstür steht und das Lied «Dr Schacher Seppli» anstimmt, blieb kein Auge trocken.

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