Das regionale Altersheim in Döttingen braucht dringend mehr Platz – die Wartelisten für Heimeintritte werden immer länger. Die Lösung: Ein Erweiterungsbau. Dazu wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Im Januar präsentierte der Heimvorstand das Siegerprojekt «Cosmos» der Haerle Hubacher Architekten in Zürich. Man rechnete damit, frühestens 2017 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

Nun verzögert sich die Planung weiter. Der Gemeindeverband Regionales Altersheim Unteres Aaretal, dem die Gemeinden Döttingen, Böttstein, Klingnau und Koblenz angehören, hat an seiner Abgeordnetenversammlung einen Kreditantrag zurückgewiesen. Für 250 000 Franken hätte ein Vorprojekt ausgearbeitet werden sollen, welches das noch wenig konkrete Siegerprojekt der Architekten an die Döttinger Begebenheiten und die Bedürfnisse der Verbandsgemeinden anpasst. «Die Gemeinden Böttstein und Koblenz haben den Rückweisungsantrag gestellt», sagt Lilli Knecht, Vizeammann der Standortgemeinde Döttingen und Abgeordnete im Gemeindeverband. Der Antrag wurde mit 4:3 Stimmen angenommen – die vier Döttinger und Klingnauer Abgeordneten waren gegen eine Rückweisung. Allerdings musste der Klingnauer Ammann Peter Bühlmann in den Ausstand treten, weil er dem Projektteam für die Erweiterungsbau-Pläne angehört hatte.

Grund für die Rückweisung waren laut Lilli Knecht die prognostizierten Kosten des Erweiterungsbaus, vor allem für die Ausgestaltung der Infrastruktur. «Der Antrag wurde von Böttstein gestellt», sagt Heidi Wanner, Ammann von Koblenz, «wir haben ihn aber unterstützt.» Die Kosten des Erweiterungsbaus sind in den Augen der Böttstemer und Koblenzer zu hoch. «Es gibt regierungsrätliche Richtlinien, die festlegen, wie viel die Neuschaffung eines Pflegebettes kosten darf», erklärt Wanner. «Das sind, je nach Region und benötigter Baulandfläche, zwischen 300 000 und 400 000 Franken.» Das Altersheim in Döttingen soll um 24 Betten erweitert werden. Die Bauarbeiten würden insgesamt rund 17 Millionen Franken kosten. «Gemäss der Unterlagen sind diese Kosten aufgeteilt in 3,8 Millionen für die Sanierung des bestehenden Baus und 13,2 Millionen Franken für den Erweiterungsbau», sagt Böttsteins Ammann Patrick Gosteli. «Bei 24 zusätzlichen Betten macht dies 550 000 Franken pro Bett aus.»

Bei diesen Kosten wollen Böttstein und Koblenz noch einmal genauer hinschauen. Wanner: «Unsere Aufgabe ist es, dafür zu schauen, dass der Erweiterungsbau und später die Tagespauschalen für die Pflegebetten bezahlbar sind und den Steuerzahler nicht allzu sehr belasten.»

Der Vorstand des Gemeindeverbands hat laut Lilli Knecht den Auftrag erhalten, noch einmal genau zu prüfen, was beim Bau wirklich notwendig ist – und was nicht. Allerdings wird dies nicht mehr das selbe Projektteam übernehmen, das bisher mit den Plänen zum Erweiterungsbau beschäftigt war. Wer dem neuen Team angehören soll, ist laut Lilli Knecht noch unklar.