Koblenz Die katholische Kirchenpflege hat an ihrer Sitzung entschieden, dass sie keine Strafanzeige im Zusammenhang mit der Zerstörung der Marienstatue stellen wird. Sie ist der Meinung, dass eine Strafanzeige nicht zum Ziel führt. Vielmehr wird versucht, mit den Gruppen, die den Platz beim Bildstöckli als Treffpunkt nutzen, ins Gespräch zu kommen.

An der gleichen Sitzung hat die Kirchenpflege beschlossen, dass die aus Holz gefertigte, zerstörte Marienstatue durch eine Statue aus Bronze ersetzt wird. Beispiele, wie der Ersatz aussehen könnte, werden den Kirchgemeinde-Mitgliedern anhand von Fotos in der Kirche präsentiert.

Die Mitglieder der Kirchenpflege sind vereinzelt auf die schockierenden Ereignisse rund um die Marienstatue angesprochen worden. Deutlich äussert sich der gebürtige Würenlinger Buchautor und Historiker Pirmin Meier auf az online: «Dieses Bild (der verbrannten Maria und des geköpften Jesuskindes, d.R.) schmerzt zutiefst (...) Es ist wohl nicht richtig, voreilig weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen; kein Zweifel aber bleibt, dass bei vergleichbaren Schändungen von Symbolen der beiden nichtchristlichen monotheistischen Religionen von einem Riesenskandal die Rede wäre mit Verurteilungs- und Empörungsbekenntnissen einschliesslich auch führender kirchlicher und politischer Kreise. Es entspräche indes nicht Fanatismus, sondern einer guten Tradition, für eine solche Tat einen Sühne-Rosenkranz zu organisieren oder ein Sühnegebet in den Kirchen (...) Wichtig bleibt es, den Wert des Heiligen im Herzen zu behalten. Hier ist, wie zu hoffen bleibt, der einzige Ort, wo es unverletzbar ist.» (za)