Würenlingen

Würenlingen steht eine Wasserschlacht bevor

In den Würenlinger Wohnbauten sollen Wasseruhren eingebaut werden.

In den Würenlinger Wohnbauten sollen Wasseruhren eingebaut werden.

Würenlingen ist die letzte Aargauer Gemeinde, die den Wasserverbrauch pauschal verrechnet.Das soll sich nun ändern. Doch Widerstand ist programmiert.

Die Stimmberechtigten sehen sich an der Gemeindeversammlung von morgen Donnerstag mit einer reich befrachteten Traktandenliste konfrontiert. Hauptthema wird der Kredit über 1 Million Franken für den Einbau von Wasseruhren sein. Würenlingen ist die letzte Aargauer Gemeinde, die bei Wohnbauten den Wasserbezug nicht verbrauchsabhängig, sondern mit Pauschalen verrechnet. In Würenlingen werden durchschnittlich 346 Liter pro Einwohner und Tag verbraucht. Zum Vergleich: Der schweizerische Durchschnitt liegt zwischen 160 und 180 Litern pro Einwohner und Tag.

Der Würenlinger Gemeinderat erwartet, dass der Wasserverbrauch nach Einbau der Uhren um rund 30 Prozent zurückgeht. Dies habe zur Folge, so der Gemeinderat, dass die Löschwasserkapazität für das bestehende Baugebiet auch in Zukunft ausreiche. Ohne Reduktion des Wasserverbrauchs müsste ein neues Reservoir inklusive Zuleitung gebaut werden, was Kosten zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Franken verursachen würde.

Die heissen Sommer der letzten Jahre hätten aufgezeigt, dass die konzessionierte Grundwasserpumpenleistung von 5000 Litern pro Minute erreicht werde, schreibt der Gemeinderat in der Begründung des Traktandums. Eine Erhöhung dieser Leistung hätte eine massive Verteuerung der Konzession zur Folge.

Preis weit unter dem Durchschnitt

Der Würenlinger Gemeinderat ist der Ansicht, dass das Trinkwasser für den Normalverbraucher durch den Einbau der Wasseruhren nicht teurer wird. Errechnet wurde ein Preis von 90 Rappen pro Kubik. Der durchschnittliche Wasserpreis in ländlichen Gebieten der Schweiz liegt bei Fr. 1.70 pro Kubik.

In Leserbriefen haben die Gegner Widerstand gegen die Absicht des Gemeinderats angekündigt, in Wohnbauten Wasseruhren installieren zu lassen. Wenn nicht alles täuscht, kommt es am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle Weissenstein zu einer Wasserschlacht im wahrsten Sinne des Wortes.

Die weiteren Anträge

Ausser den Wasseruhren sind elf weitere Geschäfte traktandiert. Die wichtigsten sind: Der Voranschlag 2011 mit gleich bleibendem Steuerfuss von 95 Prozent, der Ausbau des Lochacherwegs und die Sanierung der beiden Kirchwege, eine Pensenerhöhung um 80 Prozent bei der Elektrizitätsversorgung, die Totalrevision der Bau- und Nutzungsordnung für 180000 Franken, die Einführung der Schulsozialarbeit per 1. April 2011 respektive die Bewilligung eines Teilpensums von 70 Prozent sowie die Zusicherung des Gemeindebürgerrechts an vier Personen. (ZA)

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