Doch es kam alles anders: Weil nur kleine Material- und keine Freizeithäuschen erstellt werden durften, liess das Interesse an den Schrebergärten schnell nach. Gleichzeitig zogen über Lengnau dunkle Fluglärm-wolken auf. Der drohende Abflugkorridor Surbtal-Bözberg und der damit verbundene Einzonungsstopp wegen der Überschreitung der Immissionsgrenzwerte veranlassten den Gemeinderat, in die Offensive zu gehen und nach einer Möglichkeit zu suchen, rechtzeitig Bauland zu erschliessen.

Die Aargauer Regierung und der Grosse Rat stimmten einer Ausnahmebewilligung zu und machten so den Weg frei für die Einzonung des an einem Westhang gelegenen Baugebietes «Rebe», in dem vor Jahren noch Reben wuchsen.

Als drittes Argument für die Erschliessung gesellte sich laut Gemeindeammann Kurt Schmid die finanzielle Lage der Gemeinde hinzu. Diese ist zwar nicht schlecht, kann aber auch nicht als ausserordentlich gut bezeichnet werden. «Die Erschliessung des Baugebiets erlaubt Lengnau ein massvolles Wachstum, das sich nicht nur günstig auf die Finanzlage der Gemeinde auswirkt, sondern auch mit der Vision Zurzibiet, die den Schwerpunkt im Surbtal auf das Wohnen legt, kompatibel ist.»

Parzellenverkauf im Herbst

Mit der Erschliessung «Rebe» wird ein Baugebiet von rund 7000 Quadratmeter Fläche überbaubar gemacht. Eingeteilt ist das Gebiet in insgesamt 9 Parzellen, die sich derzeit noch im Besitz der Einwohnergemeinde Lengnau befinden und erst im Herbst zum Verkauf ausgeschrieben werden. Laut Franz Bertschi, Ressortverantwortlicher Tiefbau im Lengnauer Gemeinderat, soll an der Sommer-Gemeindeversammlung die Kompetenz für den Landverkauf eingeholt werden. Für das Baugebiet gelte der Minergie-Standard, sagte Bertschi. Um Energiekosten zu sparen und Lichtverschmutzung so weit wie möglich zu vermeiden, werde die Sternenstrasse mit LED-Lampen ausgerüstet.

Strassenschild enthüllt

Die Kosten für die Erschliessung liegen bei 720000 Franken. Fest steht der Name der Erschliessungsstrasse: Die Bezeichnung «Sternenstrasse» geht auf das letztjährige Dorffest «LengNoW 1212» zurück, bei dem ein Stern als Leitfaden respektive als Omen für gutes Gelingen diente.

Beim Spatenstich für die Erschliessung am Donnerstagmittag kam den drei Gemeinderätinnen Martina Frei, Susanne Holthuizen und Hanni Jetzer die Ehre zu, das Strassenschild zu enthüllen.

Eingangspforte wird angepasst

Das neue Baugebiet wird verkehrstechnisch sowohl über die Vogelsangstrasse als auch über die Bergstrasse erschlossen. Nach Fertigstellung der Erschliessung muss für das Provisorium der Eingangspforte auf der Vogelsangstrasse eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

In der nächsten Woche wird mit den Bauarbeiten für die Erschliessung des Gebiets «Rebe» in Lengnau begonnen. Bis im Sommer sollen die Strasse gebaut und die Werkleitungen verlegt sein.