Zurzibiet

Wirtschaftsforum-Präsident Birchmeier: «Unsere Zeit kommt erst noch»

Markus Birchmeier. (Archiv)

Markus Birchmeier. (Archiv)

Im Zurzibiet herrscht trotz schleppender Konjunktur Zuversicht. Die Region könnte bald einen Aufschwung erleben.

Firmenschliessungen, Stellenabbau, Umsatzrückgang: Die Meldungen in den vergangenen Monaten drückten den Leuten im Zurzibiet aufs Gemüt. Der Frankenschock erfasste die Grenzregion entlang des Rheins unsanfter als andere Landesteile.

Markus Birchmeier will die Situation nicht schönreden. Ihm ist bekannt, dass einige Branchen besonders hart betroffen sind. Jammern will er indes nicht. «Weil es nichts bringt und wir uns den Herausforderungen stellen sollten», sagt der Präsident des Wirtschaftsforums Zurzibiet.

Eine wichtige Rolle misst er dabei auch der Beziehung mit dem süddeutschen Raum zu. Die Schweiz ist eines der Länder mit dem höchsten Anteil des Aussenhandels am Bruttoinlandsprodukt. Die Grenzräume seien dabei besonders eng verflochten, sagt Roland Scherer, Direktor des Forschungszentrums Regionalwissenschaften der Universität St. Gallen, anlässlich seines Referats gestern beim Wirtschaftsforum Zurzibiet auf Schloss Böttstein.

Über zwei Milliarden Franken fliessen aus Südbaden jährlich in den Grenzraum Nordschweiz, den umgekehrten Weg machen 1,6 Milliarden. «Baden-Württemberg wäre als Land für die Schweiz weltweit der drittwichtigste Exportpartner», unterstreicht Scherer. Markus Birchmeier machen diese Zahlen Mut. «Wir sollten das grenznahe Gebiet nicht als Konkurrenz, sondern als Partner betrachten. Dem Einkaufstourismus zum Trotz.»

Der Kanton Aargau ist seit 2003 hinter dem Kanton Zürich in der Schweiz am zweitstärksten gewachsen. Die Beschäftigung nahm in diesem Zeitraum um über 25 Prozent zu. Am stärksten profitiert haben dabei die Ballungszentren. Da der Platz in Zürich und Baden allmählich erschöpft ist und die Preise weiter steigen, drängen Firmen und Wohnungssuchende in die Peripherie. Teile im Zurzibiet, wie das Surbtal, bekommen diesen Trend bereits zu spüren. Mit einer geschickten Siedlung- und Raumplanungspolitik könnte das Gebiet Aare-, Rhein- und Surbtal zu den Profiteuren gehören. «Unsere Zeit kommt erst noch», ist Markus Birchmeier überzeugt.

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