Die Zukunft der Radsporttage Gippingen ist ungewiss. Das wichtigste Eintagesrennen der Schweiz kämpft mit personellen Problemen. Gleich mehrere Mitglieder der Geschäftsleitung wollen aufhören, wie das Badener Tagblatt kürzlich berichtete. Einige sind schon sehr lange dabei und wollen seit längerer Zeit zurücktreten. So auch OK-Präsident René Huber, der seit 23 Jahren im Organisationskomitee mit dabei ist. Er sagte gegenüber dem Badener Tagblatt: «Wir haben einige Kandidaten gefragt, doch nur Absagen erhalten.»

Sponsoringvertrag läuft aus

Eine andere grosse Baustelle sind die Finanzen. Der Vertrag mit dem Hauptsponsor, der Aargauischen Kantonalbank (AKB), läuft noch bis nächstes Jahr. Verlängere die AKB nicht, werde es schwierig, gleichwertigen Ersatz zu finden. Auch Auflagen des internationalen Radsportverbandes machen den Organisatoren zu schaffen.

So muss das Rennen nächstes Jahr live im Fernsehen zu sehen sein. Diese Bilder müssten die Organisatoren selber produzieren, was mit einem erheblichen Aufwand verbunden sei. «Wir stossen mittlerweile an die Grenzen der Machbarkeit», sagte OK-Präsident Huber.

Unterstützung vom Kanton

Die Radsporttage Gippingen gehören zu den acht Sportevents, die den Status «Aargau Top Sport» erlangt haben. Die Veranstalter werden mit Geld aus dem Swisslos-Sportfonds Aargau unterstützt. Die Sorgen der Organisatoren sind dem Kanton bekannt. Das geht aus einer Mitteilung des Sportdepartements hervor. «Die Herausforderungen für Sportveranstalter werden immer grösser», wird Christian Koch, Leiter der Sektion Sport des Kantons Aargau, in der Mitteilung zitiert. So werde die ehrenamtliche Organisation immer schwieriger.

GP Gippingen

Highlights vom GP Gippingen 2018

    

Aber auch das Generieren von Sponsoren und die Beschaffung der nötigen Bewilligungen für solche Anlässe würden immer anspruchsvoller. Genau um solche Probleme zu lösen und Synergien nutzen zu können, sei die Vereinigung «Aargau Top Sport» da. «Wir sind daran, Unterstützungsmassnahmen ins Leben zu rufen», sagt Koch.

So stehe die Sektion Sport beispielsweise mit den Abteilungen Wald, Polizei, Militär und Zivilschutz in engem Kontakt bezüglich den Bewilligungen. Zudem werde eine neue Arbeitsgruppe geschaffen, in der die Verantwortlichen des Mountainbike-Rennens in Gränichen, der Radsporttage Gippingen, der EKZ Cross Tour und des Powerman Zofingen involviert sind. «Diese Events haben alle mit sehr ähnlichen Problemen zu kämpfen.

In der Arbeitsgruppe wollen wir Synergien optimieren und wenn möglich auch den Schweizerischen Radsportverband Swiss Cycling an den Tisch holen», sagt Koch. Im Hintergrund laufe also Einiges, um das Fortbestehen der «Aargau Top Sport»-Events zu ermöglichen, heisst es in der Mitteilung des Kantons. (NLA)