Würenlingen

«Wir sagen nicht grundsätzlich Nein zu einer solchen Anlage»

André Zoppi, Gemeindeammann von Würenlingen.

André Zoppi, Gemeindeammann von Würenlingen.

Für den Gemeindeammann André Zoppi ist klar: Dei Generation, die von der Kernenergie profitiert hat, muss jetzt auch das Probllem mit der Atommüll lösen. Der Standort Würenlingen schliesst er dabei nicht grunddsätzlich aus.

Die nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat im Januar 20 Orte vorgeschlagen, die aus ihrer Sicht als Areal für Oberflächenanlagen zur Verpackung von Atommüll geeignet sind. Ein möglicher Standort liegt in der Gemeinde Würenlingen.

Kein grundsätzliches Nein

Der Würenlinger Gemeinderat hat sich zwischenzeitlich intensiv mit dem Thema Oberflächenanlage auseinandergesetzt. «Wir sagen nicht grundsätzlich Nein zu einer solchen Anlage, wir möchten den Prozess nicht blockieren und uns von vornherein dagegen wehren», sagt Gemeindeammann André Zoppi. Aber es gebe mehrere Fragen, die geklärt werden müssten. So nennt er als kritischen Punkt die Tatsache, dass sich der Standort in einem Grundwasserschutzgebiet befindet.

Ausserdem würde der Standort gewisse Entwicklungsmöglichkeiten des Paul-Scherrer-Instituts (PSI) einschränken, sagt Zoppi. «Das Forschungsinstitut hat nationale und internationale Bedeutung, und es muss auch künftig raummässig Ausbaumöglichkeiten haben.» Zudem plane das PSI den Swissfel, einen Röntgenlaser. «Wir möchten wissen, wie die Koordination zwischen dem Betrieb der Swissfel und dem Bau der Oberflächenanlage funktionieren würde. Unsere Meinung ist, dass der Betrieb des Swissfell nicht eingeschränkt werden dürfte.»

Eingriff in den Wald

Zudem wäre die Oberflächenanlage ein Eingriff in den Wald, sagt Zoppi weiter. «Es müssten 8000 Quadratmeter gerodet werden, und es stellt sich die Frage nach der Aufforstung.» All diese Punkte müssen in der Regionalkonferenz diskutiert werden», sagt der Gemeindeammann.

Der Gemeinderat sei nicht überrascht gewesen, dass Würenlingen als möglicher Standort ausgesucht wurde, dies wegen der Nähe zu den Atomkraftwerken Leibstadt und Beznau sowie des Zwilag. «Wir haben nicht gejubelt und uns auf einen möglichen Geldsegen gefreut, als die möglichen Standorte bekannt gegeben wurden», sagt Zoppi. «Aber wir unterstützen die Idee der Nagra und des Bundesamtes für Energie, dass die Generation das Problem mit dem Atommüll lösen muss, die von der Kernenergie profitiert. Es bringt niemanden weiter, wenn wir als Gemeinde grundsätzlich Nein sagen, ohne die Standortfrage genau zu prüfen.»

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