Endlich Ruhe, abschalten! Zum Beispiel bei einem Spaziergang auf dem Achenberg oberhalb von Bad Zurzach mit Blick rüber in den Schwarzwald. Mit der Beschaulichkeit ist es aber spätestens dann vorbei, wenn das Smartphone vibriert und auf dem Display die Meldung erscheint: «Willkommen in Deutschland!»

So freundlich die Ankündigung, so unangenehm sind unter Umständen die Folgen. Grenznahes Wohnen kann Vorteile mit sich bringen. Wenn die Handyrechnung aber ständig den Rahmen sprengt, wünscht sich so mancher Bewohner aus Bad Zurzach, Koblenz oder Kaiserstuhl die Landesgrenze ganz weit weg.

Das Handy-Abonnement bei Sunrise, Swisscom oder Salt, das Display zeigt Vodafone, dann Telekom. Wieso? «Die Strahlungsintensität in Deutschland ist wesentlich stärker; deutsche Mobilfunkantennen senden weiter. Der Grenzwert für nicht ionisierte Strahlung (NIS) liegt im deutschen Gesetz zehnmal höher als bei uns», erklärt die Pressestelle von Salt.

Datenroaming ausschalten

Datenroaming ausschalten, lautet hier die Lösung. Swisscom steht in regelmässigem Austausch mit den ausländischen Anbietern: «Wir versuchen, die Einschränkungen für unsere Kunden zu minimieren. Eine schwierige Aufgabe, weil jeder Anbieter für Kunden die beste Versorgung anstrebt. Auch in grenznahen Gebieten», so Swisscom-Mediensprecherin Sabrina Hubacher.

Bei Salt kam es in der Region im vergangenen Jahr zu keiner Verbesserung der Netzfrequenz. Man suche aber nach weiteren Antennenstandorten, heisst es. «In Bad Zurzach sind wir zuversichtlich bald ein Baugesuch einreichen zu können. Für eine weitere Anlage in Döttingen wurde ein Antrag eingereicht», sagt ein Mediensprecher von Salt. Eine Anlage in Bad Zurzach ist überdies bewilligt.

Sunrise-Mediensprecher Rolf Ziebold rät den Kunden zusätzlich: «Den Netzbetreiber auf ‹manuell› zu stellen, verhindert auch nahe der Grenze ein automatisches Wechseln ins deutsche Netz.»

Funklöcher hinter Rekingen

Swisscom baut jährlich bis zu 300 neue Antennen, im Bezirk Zurzach hat der Anbieter dieses Jahr drei Optimierungen bestehender Mobilfunkanlagen vorgenommen. «Bestehende Anlagen wurden auf den neusten Stand gebracht, Abdeckung und Kapazität können so verbessert werden», so Hubacher.

Wer wissen will, welcher Anbieter sich für den eigenen Wohnort am besten eignet, findet alle drei Netzabdeckungskarten im Internet: Eingeschränkten Empfang gibt es bei Salt vor allem zwischen Leuggern und Mandach.

Beim Nachfolge-Unternehmen von Orange harzt es auch in etlichen anderen Gemeinden mit einer schnellen 4G-Verbindung. «Wir investieren laufend in den Ausbau unseres Netzes», so der Kommentar. Den schwächsten Empfang bei allen drei Anbietern stellt man im Gebiet zwischen Rekingen und Niederweningen fest. Dort stechen auf der Netzkarte mehrere kleine Flecken ins Auge.

Swisscom, Sunrise und Salt betonen, dass die Netzabdeckungskarte im Internet zwar relativ präzise sei, dass der tatsächliche Netzempfang vor Ort aber variieren kann, je nach Baubeschaffenheit von Gebäuden. Das heisst für Kunden: Am besten selbst testen.