«Abwasserreinigungsanlagen sind für viele ein Buch mit sieben Siegeln», sagte Mäni Moser, Mitglied des Verbandsausschusses ARA Region Zurzach und Gemeinderat in Bad Zurzach an der ersten von drei Informationsveranstaltungen zur Vergangenheit und Zukunft der ARA Region Zurzach im Gemeindesaal Rekingen.

Bis 2017/2018 sind Investitionen von gesamthaft 12,4 Millionen Franken geplant. Das umfangreiche Massnahmenpaket umfasst die Aufhebung des Regenauslasses für das Auengebiet Meienried bei Mellikon, der Bau einer neuen Pumpleitung samt Pumpwerk von Rietheim zur Anlage in Bad Zurzach sowie der Bau neuer Regenbecken in Rietheim, Baldingen/Böbikon, Wislikofen, Siglistorf, (Umbau der bestehenden ARA), Rekingen und Zurzach.

Reinigung in Millionenhöhe

Ein grosser Brocken ist der Teilausbau der Kläranlage bis 2013 mit dem Ersatz der Schlammsiebanlage, des Gasometers und des 12-jährigen Blockheizkraftwerks samt Energieoptimierung, was insgesamt Kosten von 2,145 Millionen Franken verursacht. Die entsprechenden Kredite werden den zehn Verbandsgemeinden Bad Zurzach, Koblenz, Rietheim, Rekingen Baldingen, Böbikon, Mellikon, Rümikon Wislikofen und Siglistorf an den kommenden Gemeindeversammlungen. Im Investitionsplan enthalten ist ausserdem eine allgemeine Kapazitätssteigerung der Anlage in der Barz für 3,5 Millionen Franken. Notwendig werden diese Anpassungen aus verschiedenen Gründen: Bei starken Regenfällen können die Einleitbedingungen nicht mehr eingehalten werden und auch die biologische Stufe reicht nicht mehr aus und muss wie die Anlage selbst erweitert werden.

Die Investitionen in die Anlage drängen sich nicht etwa auf, weil die vielen Einzelwerke oder die Anlage selbst in der Bad Zurzacher Barz nicht regelmässig unterhalten worden wären – im Gegenteil: 2005 bis 2007 wurden mit erheblichem Kostenaufwand die Rechenanlage erneuert, das Vor- und Nachklärbecken sowie das Belüftungsbecken und die Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungsanlage saniert. Zudem wurde die Schlammentwässerung den verschärften Klärschlammvorschriften angepasst und ein neuer Leitungsgang im Betriebsgebäude verlegt.

Sauber- und Schmutzwasser trennen

Als Ziele des Gemeindeverbandes ARA Region Zurzach nannte Moser die konsequente Trennung des Sauberwassers vom Fäkalwasser, die Entlastung der kleineren Vorfluter Tägerbach und Chrüzlibach sowie die Umsetzung der generellen Entwässerungsplanungen, die in der Verantwortung der einzelnen Gemeinden liegen. Moser rief dazu auf, Sorge zum Wasser zu tragen: «Tun wir dies nicht, haben wir ein Problem.»

Verbandsausschuss-Mitglied Mäni Moser wartete bei der ersten von insgesamt drei Informationsveranstaltungen zur aktuellen Situation und zur Zukunft der ARA Region Zurzach nicht nur mit trockenen Zahlen zu Investitionen und zu den umfangreichen Bauvorhaben auf, sondern auch mit Informationen, die das Herz erfreuen: 2010 rettete der Naturschutzverein Rheintal-Studenland total 11444 Tiere vor dem sicheren Tod in den Bauwerken des Abwasserverbandes. Gerettet wurden 626 Grasfrösche, 216 Erdkröten, 27 Geburtshelferkröten, 13 Kreuzkröten, 16 Gelbbauchunken, 7 Wasserfrösche, 211 Bergmolche, 16 Fadenmolche, 7 Feuersalamander sowie 5 andere Tiere.

Weitere Informationsveranstaltungendes Abwasserverbandes Region Zurzach: Mittwoch, 25. Mai, 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle Mellikon (für die Gemeinden Siglistorf, Wislikofen, Rümikon und Mellikon). Donnerstag, 26. Mai, 19.30 Uhr, Turnhalle Rietheim (für die Gemeinden Rietheim, Koblenz und Bad Zurzach). Am Samstag, 21. Mai öffnet die ARA Bad Zurzach im Rahmen des «Tags des Abwassers» von 10 bis 15 Uhr ihre Türen, damit die Bevölkerung einen Blick hinter die Abwasser-Kulissen werfen kann.