Klingnau

Wieder Polizeieinsatz in den Reben – Bürger findet einen weiteren Sprengkörper

Heute Freitag steht die Polizei wieder am Schwändiweg in Klingnau im Einsatz - wieder hat ein Bürger einen Sprengkörper im Rebberg gefunden. (Archivfoto vom 22 März)

Heute Freitag steht die Polizei wieder am Schwändiweg in Klingnau im Einsatz - wieder hat ein Bürger einen Sprengkörper im Rebberg gefunden. (Archivfoto vom 22 März)

In Klingnau kam es am Freitagmorgen zu einem Polizeieinsatz im Rebberg. Er hat mit dem Knallkörper-Fall zu tun, bei dem die Polizei Anfang Juni einen 42-jährigen Schweizer als mutmasslichen Täter ermitteln konnte.

Im Klingnauer Rebberg lief am Freitagmorgen ein Polizeieinsatz. Mehrere Leser meldeten, dass dort einige Polizisten im Einsatz standen und dass der Schwändiweg teilweise gesperrt war.

Die Aargauer Kantonspolizei bestätigte den Einsatz auf Anfrage. "Ein Bürger hat einen weiteren Sprengkörper gefunden", sagt Sprecherin Aline Rey. "Er wurde sichergestellt." Der Fund stehe im Zusammenhang mit dem Sprengkörper-Fall. Im Einsatz standen auch wieder Spezialisten des Forensischen Instituts in Zürich. Sie fuhren mit Blaulicht ab und brachten den Fund in ihr Labor.

Laute Knalle in der Nacht während mehrerer Wochen hatten die Bevölkerung im Februar und März aufgeschreckt. Anfang Juni kam es zu drei Funden von Knallkörpern, die damit im Zusammenhang standen. Den ersten brachte ein Bürger auf den Polizeiposten. Dieser wurde weiträumig abgesperrt, was für einiges Aufsehen sorgte. 

Die Polizei ermittelte einen 42-jährigen Schweizer und verhaftete diesen. Dieser ist geständig. Er wurde nach der Einvernahme wieder auf freien Fuss gesetzt. Er sagte der AZ, dass er nur zwei der Knallkörper gezündet habe - und nicht in den Reben, sondern im Wald. Die anderen habe er zwar selbst hergestellt, aber verloren. Die Inhaltsstoffe habe für den Bau der Knallkörper habe er im Internet bestellt. 

Die Polizei sagte nach der Festnahme, dass keine Hinweise auf weitere Knallkörper im Rebberg vorliegen. "Wir sollten alles gefunden haben", sagt Sprecher Bernhard Graser vor vier Wochen. Insofern überrascht der neuste Fund vom Freitag.

Die Bundesanwaltschaft führt das Strafverfahren wegen Gefährdung ohne verbrecherische Absicht ( Fahrlässige Gefährdung). Der Strafrahmen dafür reicht von einer Busse bei leichten Fällen bis zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren bei schweren Fällen. 

Liegen die Laborergebnisse zu den Funden vor rund einem Monat mittlerweile vor? Die Bundesanwaltschaft äussert sich auf Anfrage weder dazu noch zu weiteren Fragen. 

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