Döttingen/Klingnau

Wieder Ärger mit Parksündern bei den Schwimmbädern

Bei der Badi Klingnau gibt es laut Repol seltener Parkplatz-Not als in Döttingen.

Bei der Badi Klingnau gibt es laut Repol seltener Parkplatz-Not als in Döttingen.

An Fronleichnam waren die Schwimmbäder der Region dank der Hitze sehr gut besucht. In Döttingen wurden Parkplätze rar und die Regionalpolizei büsste Parksünder. Dafür gab es Kritik – zu Recht?

Im Aaretal hat die erste heisse Woche des Jahres für ein paar rote Köpfe gesorgt: Wie schon an Pfingsten 2014 kommt das Thema «Parkbussen bei den Badis» wieder auf. In einem Leserbrief in der «Botschaft» berichtet der ehemalige Würenlinger SVP-Gemeinderat Joe Merki, er habe am Fronleichnams-Nachmittag bei drei Schwimmbädern – Bad Zurzach, Döttingen und Klingnau – keinen Parkplatz mehr gefunden. Dann habe er gesehen, wie die Polizei beim Schwimmbad Döttingen «zwischen 30 und 50 oder vielleicht sogar noch mehr Parkbussen» ausgestellt habe. Eine tolle Erfolgsquote sei das, so Merki ironisch.

Müsste er als SVP-Mitglied die Durchsetzung von Recht und Ordnung nicht befürworten? «Schon», sagt Merki auf Nachfrage der az und erklärt, was ihn geärgert hat: «Es hat in Döttingen ganz danach ausgesehen, als mache die Repol gezielt Jagd auf falsch parkende Badi-Besucher.»

René Lippuner, Chef der Regionalpolizei Zurzibiet, verteidigt das Vorgehen seiner Beamten: «Entlang der Badstrasse in Döttingen herrscht ein klar signalisiertes Parkverbot.»

Es sei mitnichten Absicht der Repol, Badi-Besucher zu schikanieren. «Wir hätten ja auch lieber, wenn wir weniger Bussen verteilen müssten», sagt Lippuner, «und wir drücken im Rahmen der Möglichkeiten oft beide Augen zu. Aber wenn es gefährlich wird oder wenn sich Anwohner bei uns beschweren, müssen wir einschreiten.»

An besagtem Donnerstag habe man in Döttingen überdies nicht so viele Bussen verteilen müssen, wie von Joe Merki behauptet – es seien 18 gewesen. Er habe Verständnis dafür, dass die 40 Franken für eine Familie viel Geld sein können und man sich ärgere.

Aber: «Von den Gebüssten wohnt rund die Hälfte im Umkreis von maximal eineinhalb Kilometern zur Badi. Es gibt halt viele Badegäste, die zu bequem sind, um ein paar hundert Meter zu laufen und jeder ist für sein Tun schliesslich selber verantwortlich.»

Es geht auch legal

Lippuner rät den Badegästen, per Velo oder zu Fuss anzureisen. Wenn es unbedingt das Auto sein muss und keine offiziellen Parkplätze mehr frei seien, sollen die Sonnenhungrigen gut überlegen, ob sie mit ihrem Fahrzeug andere Verkehrsteilnehmer oder Anwohner einschränken.

Was das konkret für Döttingen heisst, erklärt Gemeindeschreiberin Doris Bruggmann: «Entlang der Strassen darf parkiert werden, wenn die Durchfahrtsbreite von 3 Metern gewährleistet ist und die Strassenverkehrsregeln eingehalten werden – also nicht auf dem Trottoir oder vor Ausfahrten.» Zudem müsse die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge zur Badi gewährleistet bleiben.

Man könne also entlang der Strasse parkieren, mit Ausnahme eines kleinen Stückes in der Steigung der Badstrasse. Dort wurde «auf vielfachen Wunsch» ein Parkverbot verfügt, weil es zu gefährlichen Situationen gekommen sei: «Da fahren Velofahrer schnell die Badstrasse hinunter.

Wenn die herauffahrenden Autos den parkierten Autos ausweichen müssen, ist die Gefahr eines Zusammenstosses sehr gross – auf der ‹Bergseite› ist eine Wand, da kann man nicht ausweichen. Zudem ist die Übersicht in der Kurve nicht gewährleistet.»

Der Gemeinderat werde das Thema Parkplätze sicher wieder diskutieren, so Bruggmann. Die insgesamt rund 100 Badi-Parkplätze seien jedoch bis auf wenige Tage im Sommer ausreichend. Weitere öffentliche Parkplätze gebe es beim Altersheim oder bei den Schulanlagen.

In Klingnau ist die Situation laut René Lippuner weniger gravierend. Dies bestätigt Bademeister Urs Zimmermann: Man habe nebst dem normalen Schwimmbadparkplatz etwa 20 zusätzliche Abstellplätze geschaffen. Am letzten Wochenende habe es immer freie Parkplätze gehabt.

Lesen Sie den Kommentar zum Thema hier. 

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