Zurzibiet

Wie weiter mit den Bezirksschulen? Gefragt sind gemeinsame Lösungen

Die Bezirksschule Klingnau - hier werden zurzeit fünf Bezklassen geführt.

Die Bezirksschule Klingnau - hier werden zurzeit fünf Bezklassen geführt.

In einem Gemeindeseminar sind Fragen rund um die regionale Bildungslandschaft im Zurzibiet diskutiert worden.

Im Zurzibiet ist die Frage der künftigen Oberstufen- und Bezirksschulstandorte seit geraumer Zeit ein Thema. Auf das Schuljahr 2021/2022 tritt im Aargau ein neues Schulgesetz in Kraft, dessen Vorgaben bis zu Beginn des Schuljahres 2022/2023 erfüllt sein müssen. Auf den ersten Blick scheint dieser Zeithorizont weit weg zu sein. Doch der Planungsverband Zurzibiet Regio hat erkannt, dass die wichtigsten Fragen jetzt angegangen werden müssen und nicht vertagt werden dürfen.

Auf Anregung der Gemeinderäte Döttingen, Klingnau, Koblenz und Bad Zurzach entschloss sich der Vorstand des Planungsverbandes, alle wichtigen Entscheidungsträger in Sachen Schule zu einem Gemeindeseminar in die Reha Clinic Bad Zurzach einzuladen, Ziel des Seminars, an dem auch Bildungsdirektor Alex Hürzeler teilnahm, war es, eine Situationsanalyse zu erstellen und das weitere Vorgehen bezüglich Oberstufen- und Bezirksschulstandorte zu erörtern.

Mindestens sechs Abteilungen

Die Vorgaben des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) sind klar: Im Schulgesetz ist festgehalten, dass die Real- und Sekundarschulen in Oberstufenzentren zusammengefasst werden müssen. Ein Oberstufenzentrum muss mindestens sechs Real- und Sekundarschulabteilungen aufweisen, die einzelnen Schulanlagen mindestens drei Oberstufenabteilungen. Schulanlagen haben mindestens 3 Abteilungen zu führen. Weitere Vorgaben sind, dass die Abteilungen einklassig sein müssen und dass sich die Schulkreise zu einer Zusammenarbeit verpflichten.

Im Moment erfüllen alle Standorte der Zurzibieter Real- und Sekundarschulen diese Voraussetzungen, ausgenommen Leibstadt. Für diesen Standort hat der Regierungsrat eine Ausnahmebewilligung erteilt, die es erlaubt, eine Abteilung mit 9 Schülerinnen und Schülern zu führen.

Ähnlich präsentiert sich die Ist-Situation bei den Bezirksschulstandorten. Die Kreisschule Rheintal-Studenland (Standort Bad Zurzach) und die Kreisschule Leuggern erfüllen mit 6 Abteilungen die aktuellen Vorgaben knapp, während die Oberstufe unteres Aaretal (Standort Klingnau) nach dem Strukturwechsel nur noch 5 Abteilungen aufweist.

In einer vergleichsweise komfortablen Lage befindet sich der Schulverband Surbtal. Im Bezirksschulstandort Endingen werden gegenwärtig 10 Abteilungen unterrichtet.

Keine guten Vorzeichen

Als entscheidend stuft Planungsverbandspräsident Felix Binder nicht die momentane Situation ein, sondern die von den Kantonsvertretern im Rahmen des Gemeindeseminars präsentierten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung. Und die lässt nichts Gutes erahnen. Die Klassengrössen in den Zurzibieter Real- und Sekundarschulen wie auch in den Bezirksschulen liegen im Durchschnitt zwischen 18 und 20 Schülern. Als problematisch stuft Binder ein, dass der Bezirk von 2009 bis 2013 rund 7 Prozent an Volksschülern verloren hat, während das Total der Schülerinnen und Schüler in den Aargauer Volksschulen im gleichen Zeitraum stabil blieb und beim Kindergarten und bei der Primarschule gar anstieg.

Das legt den Schluss nahe, dass praktisch alle Schulkreise im Bezirk Zurzach in den nächsten Jahren mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Positiv vermerkt haben die Gemeindevertreter, dass der Kanton signalisiert hat, mit in Schwierigkeiten geratenen Schulkreisen bis spätestens 2019 Kontakt aufzunehmen. Für Binder steht fest, dass die Gemeinderäte und die Schulbehörden gefordert sind, in den nächsten drei bis vier Jahren gemeinsam Lösungen zu suchen und zu finden.

Diese Meinung herrscht offenbar auch bei den Vertreterinnen und Vertretern der politischen Gemeinden und der Schulgemeinden vor. In einer Konsultativabstimmung am Ende des Zurzibieter Gemeindeseminars wurde beschlossen, das Thema «Bildungslandschaft Zurzibiet» intensiv weiter zu verfolgen.

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