Die Zustimmung an der Gemeindeversammlung war einstimmig: Endingen bezahlt einen einmaligen Betrag von 290'000 Franken an das Sporthallenprojekt GoEasy und mit dem damit verbundenen Nutzungsrecht löst man das langjährige Turnhallenproblem. So weit, so gut.

Als Anfang Jahr bekannt wurde, dass die Stadt Baden der GoEasy Freizeit & Event AG ein Darlehen von einer Million Franken gewähren will und dafür noch 4 Prozent Zinsen erhält, änderte sich bei manch einem die Gemütslage. «Auf den ersten Blick sieht es tatsächlich so aus, als ob wir schlecht verhandelt hätten», sagt Endingens Gemeindeammann Lukas Keller. Auf der einen Seite ein stattlicher Betrag à fonds perdu, also ohne Rückerstattung, auf der anderen Seite ein Darlehen mit hohen Zinseinnahmen.

Dasselbe Konzept wie der Kanton

«Man kann die beiden Verträge nur schwer miteinander vergleichen», sagt Lukas Keller, «und um es tun zu können, müsste man auch das Kleingedruckte kennen.» Endingens Vizeammann Peter Keller sass bei den Verhandlungen am Tisch.

Auf die Frage, ob für Endingen nicht auch ein Darlehen infrage gekommen wäre, antwortet er: «Der Vertrag ist das Resultat von Verhandlungen über einen längeren Zeitraum mit Vertretern des TV Endingen, der GoEasy Freizeit & Event AG und der Gemeinde.»

Für Endingen stand vor allem die Hallenkapazität im Vordergrund. «Und da haben wir etwas erreicht, das unser Hallenproblem auf Jahre hinaus löst.» Das Konzept des Vertrags ist übrigens dasselbe, dass auch der Kanton verwendet hat. Dieser finanziert das GoEasy-Projekt aus dem Swisslos-Sportfonds mit vier Millionen Franken.

Und doch sagt Peter Keller: «Es gibt einzelne Stimmen, die meinen, Baden kommt mit seinem Deal besser davon.» Doch wie sieht es aus, wenn man die beiden Verträge vergleicht – nicht das Kleingedruckte, aber zumindest das, was bekannt ist?

Bei der Vertragsdauer punktet Endingen: Mit dem À-fonds-perdu-Betrag hat man sich die Nutzung für 20 Jahre mitsamt Grundbucheintrag gesichert. Badens Darlehen läuft 10 Jahre. Bei der Hallennutzung ist Endingen klar im Vorteil: Die 25 Stunden pro Woche, in der Zeit zwischen 17 und 22 Uhr, entsprechen fünf Wochentagen.

Baden steht die Dreifachturnhalle an einem Trainingsabend pro Woche zur Verfügung. Zudem geniesst Endingen, falls es die Hallennutzung weiter erhöhen möchte, Vorrang vor anderen Vereinen. Auch an den Wochenenden und somit an den Spieltagen des NLB-Handballvereins punktet Endingen. Hier stehen 10 Spieltage pro Jahr deren 4 für Baden gegenüber.

Peter Keller erachtet den Vertrag zwischen Endingen und der GoEasy AG als eine «faire Abmachung». Die 290 000 Franken aus der Steuerkasse sind zwar weg, aber auch ein Darlehen birgt ein gewisses Risiko. Selbst wenn die GoEasy AG den Betrieb nicht aufrechterhalten könnte und eine Nachfolgelösung gefunden wird, ist Endingens Hallennutzung durch den Grundbucheintrag bestmöglich abgesichert.