Zwei Tage nach der offiziellen Mitteilung, wonach Heinz Fischlin per Ende April 2012 seine Stelle kündigt, nimmt Gemeindeammann André Zoppi auf Anfrage der az Aargauer Zeitung Stellung zu den unschönen Ereignissen. Angesprochen darauf, ob er Kenntnis von den Vorgängen hatte, antwortet Zoppi: «Ich bin seit meinem Amtsantritt damit beschäftigt, diesen Konflikt zu lösen.»

Um eine Verbesserung der angespannten Situation zu erreichen, wurde im letzten Herbst und in diesem Frühling eine Mediation eingeleitet – ohne zählbares Ergebnis. «Für eine erfolgreiche Mediation braucht aber immer den Willen beider Seiten», sagt Zoppi. Gemeinderat Joe Merki aber habe stets darauf bestanden, dass er eine Mediation nicht brauche und über die Probleme nicht reden müsse. Schliesslich habe er als Ammann einen Bericht in der Schublade gehabt, aber nichts, was umsetzbar gewesen wäre.

Merki immer im Ausstand

Zoppi weist darauf hin, dass ein Gemeinderat eine Art Vorbildfunktion innehabe und verpflichtet sei, Baueingaben auch bei der eigenen Verwaltung anständig und korrekt einzugeben.

Zoppi bestätigt, dass Merki bei Geschäften, die seine Baueingaben betrafen, immer in den Ausstand getreten ist, ergänzt aber, dass schon vor sechs Jahren die Konsequenzen aus dem Zwist mit Bauverwalter Heinz Fischlin gezogen wurden und ihm Ressorts zugewiesen worden waren, die mit dem Bauwesen möglichst wenig zu tun hatten.

Und dann wird Zoppi deutlich: «Es ist doch nicht mehr als Anstand, wenn ein Gemeinderat alles unternimmt, um mit den Verwaltungsangestellten möglichst gut zusammenzuarbeiten.» Das Dilemma aber sei, so Zoppi, «dass die eine Person für vier Jahre gewählt ist, die andere nur angestellt.» Mit der angestellten Person meint Zoppi den scheidenden Bauverwalter Heinz Fischlin, mit der gewählten Person Gemeinderat Joe Merki.

Wie geht es weiter?

Bereits in die Wege geleitet ist die Ausschreibung der Bauverwalterstelle in Würenlingen. Zoppi sieht seine vordringliche Aufgabe darin, die Verwaltungsangestellten zu beruhigen und ein Arbeitsklima zu schaffen, das es ermöglicht, dass eine ausgewiesene Fachkraft die verwaiste Stelle übernimmt. Eine Lösung mit dem Bauverwalter-Stellvertreter kommt für Zoppi nicht in Betracht, weil dieser mitten in der Ausbildung zum Bauverwalter steckt und die Aufgaben auch umfangmässig nicht alleine bewältigen könnte.

Reaktionen der Betroffenen

Heinz Fischlin hat nur wenige Reaktionen aus der Bevölkerung erhalten. Nicht etwa, weil sich niemand für seine Anliegen interessiert oder weil sich niemand getraut hätte, ihn auf die jüngsten Ereignisse anzusprechen. Der Grund war lediglich, dass er sich am Donnerstag als Treiber an der Jagd beteiligte und sich so etwas von den Turbulenzen der letzten Tage ablenken konnte. Joe Merki betonte auf Anfrage erneut, die Aussagen Fischlins entsprächen nicht der Wahrheit. Er werde nun die Situation analysieren und dann entscheiden, was er unternehmen wolle.