Das Wetter könne man vergleichen mit der momentanen Laune eines Menschen, das Klima hingegen beschreibe dessen Charakter. Mit diesen Metaphern stellte Thomas Kleiber, der einer Einladung der Landfrauen Zurzibiet gefolgt war, klar, dass die beiden Begriffe nicht zu vermischen sind. Kleiber hatte das Fernsehen SRF im letzten Oktober verlassen und seinen Wohnsitz nach Kanada verlegt, wo er heute mit seinem Lebenspartner zusammenlebt. In der Schweiz warten auf ihn aber weiterhin diverse Verpflichtungen wie Schulungen und Vorträge. Dazu komme er stets gerne vorübergehend in seine alte Heimat zurück, erklärte Kleiber. Er werde sich in Kanada ein neues Betätigungsfeld suchen, die notwendige Arbeitsbewilligung hätte er soeben bekommen.

Ein besonderes Augenmerk warf der Referent auf die Wolken, seien diese doch das Gesicht des Wetters. Wolken entstünden, indem feuchte Luft aufsteigt, sich dabei abkühlt und die Feuchtigkeit auskondensiert. Kleiber definierte zwei Wolkenfamilien: Kumulus und Stratus. Der Kumulus sorge für schnell veränderliches Wetter. Gewitter- und Regenwolken gehörten dazu. Gewitterwolken könnten sehr chaotisch verlaufen. Sie seien extrem schnelllebig, bewegten sich äusserst rasch, beinhalteten viel Energie und seien schwierig vorherzusagen. Die Stratus Wolken hingegen seien das pure Gegenteil. Strati seien stabil, hielten lange an «und blieben, wo sie sind». Der Hochnebel sei eine typische Stratuswolke.

Kleiber ging auch auf das typische Zurzibiet-Wetter ein. Das Winterhalbjahr sei geprägt von Nebel. Die tiefe Meereshöhe und die topografische Beschaffenheit begünstigten dessen Entstehung. Anders sei der Wettercharakter im Sommer. Aufgrund der tiefen Meereshöhe und der Absenz hoher Berge, erlebe das Zurzibiet viel Sonnenschein und gehöre zu den heissesten Regionen der Schweiz.

Weiter erklärte Kleiber die Erarbeitung von Wetterprognosen und ihre Treffsicherheiten. Die Prognose basiere auf dem Erfassen von vielen verschiedenen Elementen und deren Zusammenwirken. Ist nur eines dieser Elemente falsch, so könne eine Fehlprognose entstehen. Die Meteorologie arbeite mit Gittermodellen über der Erdoberfläche einerseits und mit Satellitenbildern andererseits. Die Erfahrung spiele hier eine grosse Rolle. Messwerte und Satellitenbilder müssten interpretiert werden. Fazit: «Wetterprognosen müssen von Menschen gemacht werden.»

Das Leben auf dem SRF-Dach

Überdies erzählte Kleiber von seiner Tätigkeit bei SRF Meteo. Ab halb vier Uhr morgens werde täglich in Teams über mehrere Schichten gearbeitet. Auf dem Meteo-Dach sei es oft schwierig gewesen, ohne eine Uhr die vorgegebenen drei Minuten einzuhalten, so Kleiber. Lustige Feedbacks von Fernsehzuschauern und diverse Anekdoten sorgten für Heiterkeit im Saal.

Kleiber machte es sichtlich Spass, seine Leidenschaft, die Meteorologie, im Dialog und mit Witz den Anwesenden näher zu bringen. Den Besuchern im Gemeindezentrum Langwies ebenfalls: Nach dem Referat wurde Kleiber umringt und durfte noch zahlreiche Fragen beantworten.