Döttingen

Wer hat das SBB-Areal mit den Parkplätzen beim Bahnhof gekauft?

Das Seilziehen um die drei Grundstücke beim Bahnhof scheint entschieden. Klar ist: Die Gemeinde bot mit, zog sich aber zurück. Und das Bauunternehmen Birchmeier bot offenbar weniger als ein anderer Interessent.

Wie Recherchen des Badener Tagblatts ergaben, haben die SBB einen Käufer für das Areal beim Döttinger Bahnhof gefunden. Um wen es sich handelt, darüber schwiegen am Montag die verantwortlichen Stellen.

SBB-Mediensprecher Reto Schärli sagte auf Anfrage: «Zu laufenden Immobiliengeschäften äussern wir uns nicht. Erst wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist, werden wir kommunizieren.» Der Verkauf sei für 2016 geplant, dann werde man die Öffentlichkeit in Kenntnis setzen.

Die Fläche südlich des Bahnhofgebäudes wurde auch auf der Immobilienplattform homegate.ch zum Kauf angeboten. Als Kontaktperson ist Immobilienverkäufer Mathias Rusch angegeben. «Die Medienstelle der SBB wird am Dienstag im Laufe des Tages informieren», sagte Rusch gestern. Später wurde seine Aussage von SBB-Sprecher Reto Schärli dementiert.

Blick auf den Güterschuppen:  

Güterschuppen Bahnhof Döttingen

Seit Juni 2015 ist bekannt, dass die SBB einen Teil ihres Areals beim Döttinger Bahnhof verkaufen wollen. Es handelt sich um drei Grundstücke: der alte Güterschuppen samt Umschwung, das Areal hinter dem «Monti» (im Baurecht der Migros) und ein Baufeld südlich des Güterschuppens mit Parkplätzen.

Für die 5820 m² verlangen die SBB 3,3 Millionen Franken. Der Verkauf des Areals entspreche der Immobilienstrategie der SBB, sagte Sprecher Reto Schärli im Juni. «Grundstücke, die nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigt werden, werden entwickelt oder verkauft. In Döttingen steht ein Verkauf im Vordergrund.»

Für die Gemeinde zu teuer

In einem ersten Bietverfahren hatten offenbar vier Parteien ein Angebot abgegeben. Die Gemeinde Döttingen war bereit, 2,2 Millionen Franken zu bezahlen, die Döttinger Firma Birchmeier Hoch- und Tiefbau AG bot, wie an der Gemeindeversammlung vom 18. November zu hören war, 2,8 Millionen. Über die anderen Parteien ist bisher nichts bekannt.

Mitte November kam es zur zweiten Runde im Bietverfahren. Die Gemeinde Döttingen stieg aus dem Rennen aus. «Wir waren nicht bereit, mehr für die drei Grundstücke zu bezahlen», sagt Gemeindeammann Peter Hirt. Die 3,3 Millionen Franken, die laut SBB dem Schätzwert entsprechen, wurden von den Döttinger Stimmbürgern als zu hoch befunden.

Der Gemeinderat machte aber keinen Hehl daraus, dass er glücklich wäre, wenn die Firma Birchmeier den Zuschlag erhalten würde. Die Überlegung: Bei einem regionalen Partner könnte die Gemeinde ihre Bedürfnisse zur Gestaltung des Areals eher einbringen. Dem Vernehmen nach ist es nun ein regionaler Käufer, der den Zuschlag erhalten hat, aber nicht die Firma Birchmeier.

SBB-Areal neben dem «Monti»

«Wir hatten unser Angebot auf 3 Millionen Franken erhöht», sagte Geschäftsführer Markus Birchmeier am Montag. «Grundsätzlich sind wir am Areal interessiert, aber nicht um jeden Preis.»

Für Birchmeier wäre das Areal beim Bahnhof deshalb interessant gewesen, weil er im vergangenen Jahr das traditionelle Hotel-Restaurant Bahnhof, besser bekannt unter dem Namen «Monti», gekauft hat. Dessen Grundstück tangiert das SBB-Areal.

Die Firma Birchmeier hat die erworbene Willy Monti AG im Oktober 2015 in Winzerhof AG umbenannt. «Dieser Name wird der Region mit ihren Weinbaugebieten gerecht», sagt Markus Birchmeier.

Ein Hotel mit 60 Betten, ein Restaurant mit Sälen, insgesamt 200 Sitzplätze, eine Gartenwirtschaft und eine Bar sind geplant. Ob die SBB bereits einen Käufer für ihr Areal gefunden haben, war auch von Birchmeier nicht zu erfahren. Nur so viel: Mit dem Winzerhof-Bau möchte er so bald wie möglich beginnen.

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