Würenlingen

Wer beerbt André Zoppi? Spannungen in der FDP vor der Ammannwahl

Der Gemeinderat oder der Ortspartei-Präsident: Wer beerbt in Würenlingen André Zoppi?

Die Anmeldefrist für die Ersatzwahlen in Würenlingen war bereits abgelaufen, als Thomas Friedli seine Kandidatur bekannt gab (die AZ berichtete). Der FDP-Ortsparteipräsident will auf André Zoppi (FDP) als Ammann folgen – als direkter Konkurrent des offiziellen Kandidaten aus der eigenen Partei, Gemeinderat Patrick Zimmermann. Beim Bauvorsteher löste die Kandidatur Befremden aus, Friedli kontert, er möchte für einen Neuanfang sorgen.

Zoppis Rücktritt kam für alle überraschend, auch für seine Ratskollegen, zu denen das Verhältnis offenbar zerrüttet war. Die Teamdynamik im Gemeinderat sei in Schieflage, auch externe Unterstützung habe keinen Erfolg gebracht, begründete Zoppi im August seinen Entscheid.

Gemeinderats- und Ammannkandidat Thomas Friedli (59) sagt: «Der Grossteil der Parteimitglieder goutiert die Vorkommnisse der vergangenen Jahre nicht, die zum Rücktritt des Ammanns geführt haben, und will keinen Ammann aus dem Kreis der bisherigen Gemeinderäte wählen.» Parteiübergreifende Gespräche hätten ihn in der Folge dazu bewogen, doch noch in den Wahlkampf einzusteigen. Um als Ammann gewählt zu werden, muss es Friedli aber auch in den Gemeinderat schaffen.

«Dieser Entscheid ist mit der Nomination durch die Ortspartei unterstützt worden», sagt Friedli. An der ausserordentlichen FDP-Parteiversammlung nominierte eine grosse Mehrheit der 14 anwesenden Mitglieder ihren Ortsparteipräsidenten nach.

Vorstandsmitglied Jörg Wendel sah in der Nomination Friedlis keinen Affront gegen Zimmermann, der an der Versammlung ebenfalls anwesend war, sondern bezeichnet die Aufstellung eher als ein Luxusproblem für seine Partei. Und Friedli ergänzt: «Patrick Zimmermann hat es verpasst, die Partei über seine Ambitionen zu informieren und hat sich keiner Nomination gestellt.»

Beide Kandidaten bringen politische Erfahrungen mit

Bei Bauvorsteher Patrick Zimmermann (47) sorgt Friedlis Kandidatur für Irritation: «Diese verunsichert die Wählerinnen und Wähler und verunglimpft das Ratsgremium inklusive meiner Person.» Dass zwei Personen aus derselben Partei kandidieren, mache keinen Sinn. Aus der Partei auszutreten ist für Zimmermann aber keine Option.

«Ich bin und bleibe freisinnig.» Er ist überzeugt, dass er die nötigen Eigenschaften als Präsident einer Kollegialbehörde mitbringe. Der Maschinen- und Wirtschaftsingenieur und Vater zweier Kinder möchte eine nachhaltige Vorwärtsstrategie mit einem übergeordneten Leitbild entwickeln. «Ich stelle die Weiterführung der aktuellen Arbeiten sicher und werde die Ratsgeschäfte im Team zeitgemäss führen.»

Auch Thomas Friedli bringt bereits politische Erfahrungen mit: Der Treuhandexperte, Treuhänder und Mitinhaber der UTA Treuhand AG in Baden war acht Jahre lang Mitglied der Finanzkommission, davon die letzten vier Jahre bis 1994 als Präsident. Danach wurde er als Gemeinderat und Vizeammann gewählt. Dieses Amt hatte er bis 2001 inne.

«Das Ratsgeschäft ist dadurch nichts Neues für mich», sagt der Dozent des STI (Schweizerisches Treuhand-Institut FH) und Fachrichter am Handelsgericht des Kantons. Als Herausforderung der nächsten Jahre bezeichnet der Vater von vier Kindern die Umsetzung der neuen Schulführung und die durch die neuesten Investitionen strapazierten Finanzen.

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