Eis-Spass in Lengnau

Wenn Sie sich von diesem Video nicht mit Kälte-Freude anstecken lassen, dann hilft nur noch der Frühling

In Lengnau rutschen neben den Temperaturen auch die Schüler

Sprudeln regelrecht vor Freude: die Lengnauer Schüler auf ihre Eisfeld.

Im Schulhaus Dorf in der Surbtaler Gemeinde vergnügen sich Kinder in diesen Tagen auf einem präparierten Eisfeld. Die Freude ist riesig, wie ein Besuch auf dem Pausenplatz am Dienstag zeigt.

Die Surbtaler Gemeinde ist, zumindest vorübergehend, um eine Attraktion reicher. Ein Steinwurf von der Synagoge und dem Start zum jüdischen Kulturweg entfernt, erhallen in diesen Tagen ausgelassene Kinderstimmen.

Und dies trotz – oder gerade wegen der eisigen Temperaturen. Am Mittwoch erreicht die Kältewelle ihren Höhepunkt. Gemäss dem Wetterdienst «Meteocentrale» fällt das Thermometer auch im Zurzibiet nochmals auf unter Minus 10 Grad Celsius.

Während viele Menschen unter der sogenannten «Russenpeitsche» leiden und die eigenen vier Wände nur wenn nötig verlassen, herrscht im Schulhaus Dorf in Lengnau Hochbetrieb. Auf dem rund 450 Quadratmeter grossen Hartplatz hat Hauswart Martin Sprenger in mehrstündiger Frondienstarbeit ein rund zwei Zentimeter dickes Eisfeld präpariert.

Der Eismeister ist Meteorologe

Schülerinnen und Schüler danken es ihm. Sie sind von Sprengers Werk sichtlich begeistert. Wo ansonsten Fussbälle und Smartphones dominieren, wird rumgerutscht – so auch gestern in der grossen Pause.

Martin Sprenger bei der Arbeit.

Martin Sprenger bei der Arbeit.

Es sei total lässig und mache riesigen Spass, sagt die achtjährige Diana. Robin (10), der gleich daneben mit seinen Kollegen Pirouetten dreht, pflichtet ihr bei. Er findet die rutschige Unterlage ganz einfach cool. Für beide steht bereits fest, dass sie ihren schulfreien Mittwochnachmittag hier verbringen werden.

Auch Björn Bestgen zeigt sich angetan: Der Schulleiter findet es eine gelungene Sache, was «Eismeister» Martin Sprenger hier auf die Beine gestellt habe. «Es war seine Idee, die wir und auch die Gemeinde gerne unterstützten», so Bestgen.

Das entsprechende Knowhow brachte der Schulabwart von Berufes wegen mit: Bevor er die Stelle im Schulhaus Dorf antrat, arbeitete Sprenger beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie am Flughafen Zürich und kennt sich mit den physikalischen Gesetzen bestens aus. Er weiss darum auch, dass das eisige Vergnügen ein Spass auf Zeit sein wird: «Ich hoffe, dass die Schicht bis Donnerstag bleibt. Spätestens am Freitag wird mit dem Anstieg der Temperaturen der Zauber aber vorbei sein.

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