Kleindöttingen

Biber setzt Landstrich unter Wasser – Windhund-Rennbahn bedroht

Ein Biber setzt mit seiner Bautätigkeit einen Landstrich unter Wasser. Zum Leidwesen anderer Vierbeiner: Der Präsidenten des Windhundrennbahn-Vereins Kleindöttingen bangt um die Existenz seines über 40 Jahre alten Vereins.

In Kleindöttingen nagt ein Biber seit Monaten nicht nur an den Nerven von Landwirten, sondern auch an jenen des lokalen Windhund-Rennvereins (WRK). Der putzige Nager staut unaufhaltsam den Bach im Gebiet Riedmatt und hält die Gemeinde auf Trab.

Für die betroffenen Landwirte und den Windhundrennklub hat der Eifer des Vierbeiners das erträgliche Mass erreicht: Die Felder, auf denen unter anderem Zuckerrüben angebaut werden, sind überschwemmt. Die Rennbahn steht teilweise unter Wasser und ist in diesem Zustand unbrauchbar.

Dem Präsidenten des WRK Kleindöttingen, Hansueli Egger, ist das Lachen gründlich vergangen. Er bangt um die Existenz seines Vereins. Jetzt sei der Schaden noch überschaubar.

«Wenn das Grundstück aber weiterhin bewässert statt entwässert wird, droht uns im schlimmsten Fall das Ende.» Egger rechnet vor: «Sollte das angestaute Wasser im Winter nicht abfliessen, entstünden ohne weiteres Kosten bis 80 000 Franken.» Ein Betrag, den der Verein unmöglich stemmen kann. Und ein Umzug erachtet Egger als unrealistisch.

Der Damm und seine Folgen: Hier errichtete der Biber seinen Bau.

Der Damm und seine Folgen: Hier errichtete der Biber seinen Bau.

Für den 70-jährigen Präsidenten wäre der Schlussstrich auf diese Art eine bittere Pille. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Letztes Jahr feierte man das 40-Jahr-Jubiläum.

Unter seiner Führung ist der WRK zu einer angesehenen Windhund-Adresse in der Schweiz und im Ausland geworden. Auf der einzigen Sandbahn des Landes finden regelmässig nationale- und internationale Wettkämpfe statt.

Einvernehmliche Lösung gesucht

Zurück zum Biber: Das zur Gattung des Castors fiber zählende Säugetier hat sich vor rund zehn Jahren im Waldstück zwischen Kleindöttingen und Burlen angesiedelt. So aktiv wie in diesem Sommer war er allerdings noch nie: Der Damm, den er errichtete, hat mittlerweile nicht nur Hansueli Egger auf den Plan gerufen, sondern auch den betroffenen Landwirt Lukas Kalt.

Hansueli Egger bringt bei allem Unmut für die Situation Verständnis auf. «Wir wollen den Biber nicht vertreiben, sondern streben eine akzeptable Lösung an.» Unzimperlicher verhielt sich Landwirt Kalt.

Ihm platzte im Herbst der Kragen. Sein Vorpreschen zahlte sich nicht aus: Nachdem er den Biberbau eigenhändig entfernte, flatterte ihm eine Anzeige des Kantons ins Haus. Kalts Intervention war gesetzeswidrig: Ein Bau darf ohne Bewilligung nicht abgerissen werden. Biber und ihre Dämme sind kantonal geschützt.

Einsprachefrist bis 27. Dezember

Die Gemeinde Böttstein, auf dessen Gebiet der Biberbau steht, reichte beim Kanton einen Antrag auf Entfernung ein. Dieser wurde bewilligt. Die Einsprachefrist läuft noch bis 27. Dezember.

«Danach könnte die Gemeinde den Damm abreissen. Allerdings nur ein halbes Jahr lang», sagt Bauverwalter Christian Burger. Weil der Biber unbeirrt innert weniger Tage Zweige, Steine, Schlamm wieder aufschichtet, ist die Gemeinde an einer langfristigen Lösung interessiert.

«Sobald der Entscheid rechtskräftig ist, kann das weitere Vorgehen mit dem Kanton besprochen werden», so Burger. Im besten Fall würde mit den Entwässerungsarbeiten im Januar begonnen.

Ein Zeitplan, der ganz im Sinne von Hansueli Egger wäre. «Die Vorbereitungen für die neue Windhund-RennSaison beginnen normalerweise im März.» Die ersten Rennen sind für Ostern geplant.

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