Am Donnerstag, 11. Oktober, beginnt in Kleindöttingen die Regionale Gewerbeausstellung (REGA). Alle vier Jahre präsentieren hier die Mitglieder des Gewerbevereins Aaretal-Kirchspiel ihr Schaffen. Über 100 Aussteller sind mit einem Stand vertreten. Schreiner, Treuhänder, Transportunternehmer und viele mehr. Fast schon exotisch wirkt da die Präsenz des Vereins Kinderhilfe AEJT-Madagaskar. «Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um bekannter zu werden, das eine oder andere Mitglied zu gewinnen und Spendengelder zu sammeln», sagt Präsident Franz Knecht aus Koblenz.

Der Verein steckt noch in den Kinderschuhen. Gegründet wurde er vor knapp zwei Jahren, 20 Mitglieder zählt er heute. Die Kleindöttinger unterstützen einen lokalen Verein, der die Basisschulausbildung von über 100 Strassenkindern in der Hauptstadt Antananarivo sicherstellt. Ziel ist es, dass die Kinder wieder in die öffentliche Schulausbildung eingegliedert werden können, was nur mit einem minimalen Wissensstand möglich ist. «Andernfalls verwahrlosen diese Kinder gänzlich und gehen meist einem sehr traurigen Schicksal entgegen», sagt Franz Knecht, «es ist eine völlig andere Welt als hier bei uns.»

Im Einsatz für die UNO

Gegründet wurde der Verein auf Initiative von Stephan Meier aus Kleindöttingen. Der heutige Pensionär arbeitete 2013/14 im Auftrag des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (Deza) für das UNO World Food Programm in Antananarivo. So entstand der Kontakt zum ortsansässigen Verein AEJT-Madagaskar (Association des Enfants et Jeunes Travailleurs, zu Deutsch: Vereinigung Kinder und arbeitende Jugendliche). Im Februar 2017 erfolgte die Gründung des Vereins Kinderhilfe AEJT-Madagaskar (Schweiz). Seit Februar 2018 ist er beim Kanton registriert und steuerbefreit, womit sämtliche Spenden an die Kinderhilfe abzugsberechtigt sind.

Mit wenig Geld grosse Wirkung

Die Armut in Madagaskar ist gross. Für staatliche und private Schulen muss Schulgeld bezahlt werden. Etwa ein Drittel der Kinder besucht gar keine Schule. Viele Kinder arbeiten und viele Mädchen werden in jungen Jahren schwanger. Im AEJT-Tageszentrum werden die Kinder alphabetisiert, lernen lesen, schreiben und rechnen. Ziel des Vereins ist, dass die Kinder fünf Tage pro Woche Zugang zum Tageszentrum haben, dass sie täglich eine Mahlzeit und die Chance auf einen Berufseinstieg erhalten. Betreut werden sie von vier Personen vor Ort. Stephan Meier, der operative Leiter des Kleindöttinger Vereins, besucht das Zentrum ein bis zweimal pro Jahr.

«Es braucht wenig Geld, um etwas zu bewirken», sagt Knecht. Bereits 64 Franken reichen, um einem Kind während eines Schuljahres eine Frucht zum Frühstuck und ein Mittagessen zu bezahlen. 162 Franken kostet die monatliche Miete des Zentrums. Das Budget des Vereins liegt mit Mitgliederbeiträgen und Spenden inzwischen bei knapp 10 000 Franken pro Jahr.

An der Gewerbeausstellung wird die Kinderhilfe AEJT-Madagaskar am Stand der Firma KW-Software AG anzutreffen sein. Die Firma von Silvia und Marco Kaiser sponsert die Homepage des Vereins. Auch sind die beiden im Vorstand vertreten. Speziell für die Gewerbeausstellung haben sie sich einen App-basierten Wettbewerb über Madagaskar ausgedacht.