Bad Zurzach

Weltrekord: Carlo Schmid hat die ersten Hürden gemeistert

Technische Probleme und das Wetter fordern den Piloten Carlo Schmid auf seinem Flug um die Erde. Nach jahrelanger Vorbereitung war Schmid am vergangenen Mittwoch mit seiner Cessna 210 losgeflogen.

Der 22-jährige Bad Zurzacher Carlo Schmid möchte jüngster Pilot werden, der die Welt in einem Soloflug umrundet. Schmid befindet sich momentan wie geplant in Saudi-Arabien. Bereits auf der ersten Etappe erlebte er aber eine Schrecksekunde.

«Nach der gelungenen Landung in Wien habe ich beim Rollen einen Druckabfall beim Drücken des linken Bremspedals bemerkt», schreibt Schmid in seinem Tagebuch im Internet. Er habe mit lokalen Mechanikern Kontakt aufgenommen und den Schaden beheben können. Ursache seien einige Luftblasen im Hydrauliksystem der Bremse gewesen. «Die Ortung des Problems und die Arbeit haben mehrere Stunden in Anspruch genommen.»

Eis und Hitze

Nach jahrelanger Vorbereitung war Schmid am vergangenen Mittwoch mit seiner Cessna 210 losgeflogen. Seinen Job bei einer Bank hängte er für das Projekt «Round the World 2012» an den Nagel, danach trainierte er hart für das Abenteuer. «Momentan gleicht mein Alltag einem militärischen Drill», sagte er der az Aargauer Zeitung vor einem halben Jahr. «Wenn es hagelt, blitzt und donnert und es kein Mensch mehr wagt zu fliegen, dann gehe ich in die Luft.»

Von diesen Erfahrungen hat Schmid auf den ersten Etappen nun profitieren können. Auf dem Flug von Wien nach Griechenland sei er von dichten Wolken umgeben gewesen, vereinzelt habe sich auch Eis an der Flügeleintrittskante gebildet. Auf der vierten Etappe von Heraklion nach Alexandria habe es während rund 16 Minuten keine Verbindung mit der Bodenstation gegeben. Und in Medina (Saudi-Arabien) hat ihm die Hitze zu schaffen gemacht – 47 Grad zeigte das Thermometer im Schatten.

Pistenbelag mit schwarzem Gummi überzogen

«Als ich die Startfreigabe für die Piste 33R erhielt und langsam den Leistungshebel nach vorne drückte, musste ich extrem aufpassen, dass ich die Mitte der Piste halten konnte», schreibt er weiter. Es habe Seitenwind gegeben, und der Pistenbelag sei komplett mit schwarzem Gummi von den grossen AirlinerMaschinen überzogen gewesen. «Das war für mich wie Glatteis unter der prallen Sonne.»

Schmid beschreibt mehrere Augenblicke, in denen er die Flüge geniessen konnte. Er erwähnt die Sonnenstrahlen auf dem Flug nach Griechenland oder den Flug nach Alexandria. «Als ich die Küste von Ägypten sah, befiel mich ein Abenteuer-Feeling.» Das Projekt kostet eine halbe Million Franken, finanziert wird es von Sponsoren, privaten Gönnern und durch Kooperationen. Mit dem Weltrekordversuch sammelt Schmid auch Geld für das Kinderhilfswerk Unicef. In den nächsten Tagen fliegt Schmid nach Pakistan, Indien und Thailand. 80 Tage soll die Reise um die Welt dauern – am 29. September will Schmid wieder in Dübendorf landen.

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