Eigentlich sollten die Arbeiten am Schmuck für den Kreisel Schneisingen schon in vollem Gange sein. Eigentlich – tatsächlich herrscht aber auf dem Kreisel noch immer gähnende Leere, die Endinger Firma Keller Metallgestaltung konnte noch nicht einmal anfangen, den Schmuck herzustellen.

Der Knackpunkt sind nicht etwa handwerkliche oder finanzielle Hürden, sondern wie so oft: die Bewilligung. Der Schmuck wird von der Firma Bucher-Guyer AG gesponsert. Diese hatte letzten Herbst den Auftrag für den Schmuck ausgeschrieben.

Das Siegerprojekt der Keller Metallgestaltung reichte die Gemeinde Schneisingen anschliessend beim Kanton ein. Die Antwort: Das Projekt wird so nicht genehmigt. Das Problem sind die Bucher-Schriftzüge auf den geplanten Stelen — eine Art freistehender Säulen. Im Kanton Aargau ist Werbung an öffentlichen Bauten verboten – anders als im Kanton Zürich, wo ein solches Projekt wohl problemlos die Bewilligung erhalten würde.

«Keine Werbung»

Die Bucher-Guyer AG stellt sich allerdings auf den Standpunkt, der Schriftzug sei nicht als Werbung zu bewerten. Vielmehr sei das Wort in der Region ein fester Begriff – eine Ortsbezeichnung für das Areal, bei dem der neue Kreisel steht.

Um einen Kompromiss zu finden, haben die Verantwortlichen das Projekt nun leicht überarbeitet. Die Stelen sind etwas kleiner geworden, auch die Schriftzüge sind weniger gross. Im Grundsatz ist der Kreiselschmuck aber derselbe geblieben. 

Das Projekt mit den kleineren Stelen hat die Gemeinde laut Ammann Adrian Baumgartner vor kurzem erneut beim Kanton eingereicht. «Wir hoffen auf eine Einigung. Für uns wäre der Schriftzug kein Problem und es wäre schade, wenn der Schmuck nicht realisiert werden könnte», sagt Baumgartner. Das Bewilligungsverfahren sei noch im Gange, eine Antwort habe die Gemeinde bisher nicht erhalten.

Sobald die Erlaubnis für den Schmuck erteilt wäre, ginge alles schnell. «Das Betonfundament haben wir innert zwei Wochen aufgestellt», sagt der zuständige kantonale Projektleiter Andreas Stockinger. Auch Jack Marcolin von der Bucher-Guyer AG versichert: «Der Bau der Stehle würde nur ein paar Wochen dauern. Doch dafür brauchen wir erst die Bewilligung.»Sollte der Kanton die Eingabe erneut ablehnen, ist unklar, ob die Bucher-Guyer AG den Schmuck weiterhin sponsern wird.

Ohne Schmuck ein Erdhügel

Wenn das Projekt gänzlich ins Wasser fällt, würde laut Andreas Stockinger auf dem Kreisel ein schlichter Erdhügel aufgeschüttet. Fürs Erste bleibt der Kreisel also ein leeres Stück Asphalt. Unabhängig vom Schmuck wird in einer Woche die Hälfte des Deckbelags eingebaut. Sofern das Wetter mitspielt, ist die Strasse deshalb am Wochenende vom 13. und 14. Juni für alle Strassenbenutzer gesperrt. Der Durchgangsverkehr wird grossräumig umgeleitet. Bei Regen verschiebt sich der Einbau um eine Woche. «Der Berufsverkehr spürt davon nichts», so Projektleiter Andreas Stockinger. Ab Montagmorgen um 5 Uhr sei die Strasse wieder normal befahrbar.

Wann die zweite Hälfte des Belags kommt, ist noch unklar. Fest steht: Bis im Oktober soll der Kreisel fertig sein, denn dann ist die Eröffnung geplant – mit oder ohne Bucher-Schmuck.