Atomkraftwerk Beznau

Wegen Messsystem: Ensi muss AKW-Betreiberin Axpo Beine machen

Das AKW Beznau in Döttingen AG ist das dienstälteste AKW der Welt. (Archiv)

Das AKW Beznau in Döttingen AG ist das dienstälteste AKW der Welt. (Archiv)

Das AWK Beznau hat sein Messsystem zur Überwachung der Kaminabluft auf Anordnung der Atomaufsicht ENSI verbessern müssen. Das neue System ist nun in Betrieb. Das ENSI musste dem AKW-Betreiber mit einer Verfügung und Strafandrohung Beine machen.

Mitte 2011 hatte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) nach eigenen Angaben verfügt, dass das AKW Beznau im Kanton Aargau dieses Messsystem verbessern muss. Um weiteren Druck zu machen, verknüpfte das ENSI die Forderung mit einer Strafandrohung.

Das ENSI veröffentlichte am Donnerstag auf seiner Website die im Juli 2011 verschickte Verfügung. Im Rahmen eines Gesuchs gemäss dem Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung war die Herausgabe dieser Verfügung verlangt worden.

Bereits Ende 2004 hatte das ENSI im Rahmen der Stellungnahme zur periodischen Sicherheitsüberprüfung des Reaktors Beznau 1 verlangt, dass die Messung der Fortluft im Kamin der Anlage überprüft und allenfalls verbessert wird.

Die Überprüfung zeigte, dass das Messsystem nicht genügend Jod- und Aerosolpartikel erfasste. Deshalb verlangte die Aufsichtsbehörde Anfang 2006, dass der AKW-Betreiber, der Energiekonzern Axpo, das Messsystem verbessert. Auf Grund verschiedener Umstände verzögerte sich gemäss ENSI die Umsetzung durch den Betreiber.

Wichtige Messwerte bei schwerem Störfall

Mittlerweile läuft das neue Messsystem. Im November beendete das AKW Beznau den Probebetrieb in beiden Reaktorblöcken. Die verbesserte Kamininstrumentierung wurde mit der Aufschaltung der Alarme und Messwerte in den Kommandoraum offiziell in Betrieb genommen.

Die sogenannte Kamininstrumentierung ist Teil der Emissionsüberwachung und dient der Kontrolle der radioaktiven Fortluft. Damit wird ermittelt, ob im Normalbetrieb die bewilligten Grenzwerte eingehalten werden. Bei einem schweren Störfall würden die Messwerte für Entscheidungen über Notfallmassnahmen zum Schutz der Bevölkerung verwendet.

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