Rietheim

Wegen Grundwasser und Werkleitungen: Beschwerde gegen Aufschüttungen

Hier wird der Boden etwa zwei Meter tief abgetragen, der Wanderweg muss verlegt werden.

Hier wird der Boden etwa zwei Meter tief abgetragen, der Wanderweg muss verlegt werden.

Gegen das Baugesuch für die die Auffüllung der Geländesenke im Gebiet Bruggacher/Fäsacher sind zwei Einwendungen eingegangen. Inhaltlich betreffen sie den Schutz des Grundwassers und der in diesem Gebiet verlaufenden Werkleitungen.

Die Einwendungen sollen so schnell wie möglich geprüft und behandelt werden, sagt Gemeindeschreiber Simon Hauenstein. Die Gemeinde steht unter Zeitdruck, weil die Aufschüttungen der Geländesenke in direktem Zusammenhang mit der Auenrenaturierung «Chly Rhy» steht.

Spatenstich für die Auenrenaturierung «Chly Rhy» ist heute Donnerstag. Dabei werden rund 150 000 Kubikmeter Erdreich ausgehoben, die nicht für die Renaturierung verwendet werden können.

Mit der Aufschüttung der Landsenke bei Rietheim wollte die Birchmeier AG zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das Baugesuch der Döttinger Hoch- und Tiefbau AG sah vor, mit dem ausgehobenen Material die Landabsenkungen auszugleichen und nicht in Deponien zu verfrachten.

Aufgefüllt werden rund 7 Hektaren Kulturlandfläche, die sich in den letzten Jahrzehnten um zwei bis drei Meter abgesenkt haben. Ein Grossteil des Erdaushubs, etwa 85 000 Kubik, soll die Landsenkungen auffüllen; wiederverwertbarer Kies und belastetes Erdmaterial werden weggeführt.

Mit dieser Massnahme könnten rund 14 000 Transportfahrten durch das Dorf Rietheim zu den Aushubdeponien vermieden werden. Dies entspricht rund 200 000 Lastwagen-Kilometern. Der Verzicht auf diese Fahrten spart nicht nur Zeit und Kosten - sie schont auch die Umwelt.

Seit rund 40 Jahren muss im Gebiet Bruggacher/Fäsacher Grundwasser abgepumpt werden, damit das Gelände nicht unter Wasser steht. Trotz dieser Massnahme kommt es bei starken Niederschlägen immer wieder zu Überschwemmungen. Die Landabsenkungen waren in den Fünfziger- und Sechzigerjahren beim Salzabbau durch die Solvay AG entstanden und führten zu massiven Schäden an Gebäuden. (ZA)

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