Klingnau

Wegen drohender Steuererhöhung: Diese Aussicht soll gute Steuerzahler anlocken

Schöne Aussicht: Blick von der Obermatte, die für den Bau von Einfamilienhäusern erschlossen werden soll, auf das Städtchen Klingnau und den Klingnauer Stausee.

Klingnau

Schöne Aussicht: Blick von der Obermatte, die für den Bau von Einfamilienhäusern erschlossen werden soll, auf das Städtchen Klingnau und den Klingnauer Stausee.

Eigentlich wollte der Gemeinderat für nächstes Jahr eine Steuerfuss-Erhöhung von drei Prozent vorschlagen. Doch nun müssen die Klingnauer mit einem grösseren Sprung rechnen. Der Gemeinderat will mit der Erschliessung des Obermatte Gegenstensteuer geben.

Vizeammann Patrick Rohner ist nicht ein Mann, der den Bürgern das Blaue vom Himmel verspricht. Mehrfach hat er als Ressortchef Finanzen in den letzten Jahren den Bürgern klar gemacht, dass am Klingnauer Finanzhimmel Wolken aufgezogen sind. Nun hat er weitere entdeckt. 

Auf der Einnahmenseite fällt durch den Tod eines guten Steuerzahlers ein namhafter Betrag weg. Die genaue Höhe darf er aus Datenschutzgründen nicht nennen. Zudem droht der Gemeinde spätestens auf Ende 2018 eine markante Aktiensteuer-Einbusse im sechsstelligen Bereich. Dann wird die ABB Turbo Systems ihre Produktion nach Baden gezügelt haben. Ob die Hiag Immobilien AG als Besitzerin der Fabrikhalle bis dahin eine neue Mieterin finden wird, ist offen. 

Der Hinschied jenes guten Steuerzahlers machte sich, als einer von ausserordentlichen, einmaligen Faktoren, bereits in der Rechnung 2016 bemerkbar. Der operative Verlust fiel mit rund 666'000 Franken um über 400'000 Franken deutlich schlechter aus als budgetiert. 70'000 Franken entsprechen in Klingnau einem Steuerfussprozent. 

Folie von der Infoveranstaltung

Folie von der Infoveranstaltung

Der Gemeinderat fasst nun ins Auge, den Steuerfuss, auf 2017 um 2 auf 105 Prozent gestiegen ist, nochmals zu erhöhen. Eigentlich wollte der Gemeinderat an der Wintergmeind eine Erhöhung von 3 Prozent vorschlagen. Doch nun könnte die Erhöhung massiver ausfallen. "Wir werden die Lage genau analysieren", kündigt Rohner gegenüber der az an.

Falls die Gemeinde nicht den Gürtel enger schnallen wird oder Projekte zurückstellen wird, sei langfristig gar ein Steuerfuss von 120 bis 125 Prozent denkbar. Erst letztes Jahr hat die Gemeinde ihre Elektrizitätsversorgung an die AEW Energie AG für 10,4 Millionen Franken verkauft. Ein Grossteil dieses Betrags dürfte aber für die Sanierung der Schützenmatt-Schulanlage verwendet werden. Die Gmeind am Donnerstag wird über einen Planungskredit von 125'000 Franken befinden.

Bauland mit schöner Aussicht: Hier hofft Klingnau auf gute Steuerzahler

Bauland mit schöner Aussicht: Hier hofft Klingnau auf gute Steuerzahler

Klingnau will das Gebiet Obermatte erschliessen. Auf dem Bauland oberhalb des Rebbergs hat es Platz für zirka 20 Einfamilienhäuser. Im Bild die grosse Obermatte-Wiese. Zum Bauland, das erschlossen werden soll, gehört auch ein Streifen Land oberhalb der Höngerstrasse

Gegensteuer will die Gemeinde mit der Erschliessung der Obermatte geben. Das Bauland oberhalb der Rebberge befindet sich in Privatbesitz. Zirka 20 Einfamilienhäuser könnten hier Platz finden. Wer hier Land kaufen will, wird nicht zuletzt wegen der schönen Aussicht auf den Klingnauer Stausee einen stolzen Preis zahlen müssen. 

Schwarz umrandet das Bauland in der Obermatte, das erschlossen werden soll.

Schwarz umrandet das Bauland in der Obermatte, das erschlossen werden soll.

Laut Gemeinderat Reinhard Scherrer könnte den Landeigentümern bis Ende Jahr ein Erschliessungskonzept vorliegen. Wegen der nötigen Erschliessung wird die Gemeindeversammlung über einen Projektierungskredit von 200'000 Franken abstimmen. Investitionen in Werkleitungen, Ausbau von Steigstrasse und Höngerstrasse sowie die Umleitung des Obermattebaches sind nötig. Die Wintergemeindeversammlung 2018 soll über die Baukredite für die Erschliessung befinden können.

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