Jahresrevision

Wegen Coronakrise: AKW Leibstadt verschiebt Revision und Umbau für Leistungssteigerung

Das AKW Leibstadt beschäftigt rund 500 Mitarbeitende – während der Revision kommen hunderte Externe dazu.

Das AKW Leibstadt beschäftigt rund 500 Mitarbeitende – während der Revision kommen hunderte Externe dazu.

Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) verkürzt die Jahreshauptrevision 2020: Die Brennelemente werden ausgetauscht, die Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Den Austausch des Turbinenkondensators verschiebt das Kraftwerk auf 2021.

In diesem Jahr plante das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) eine dreimonatige Jahreshauptrevision (JHR), die ab 11. Mai bis 9. August dauern sollte - und damit zwei Monate länger als in anderen Jahren. Der Grund: Nebst den üblichen Revisionsarbeiten sollte der Turbinenkondensator im Maschinenhaus ausgetauscht werden. Dabei wären - nebst den rund 500 Mitarbeitenden - rund 1700 zusätzliche externe Fachkräfte nötig gewesen. Doch wegen der Coronakrise stand dieser Plan auf dem Prüfstand, wie die AZ berichtete

Nun rückt das KKL von diesem Grossprojekt ab. Es teilt mit: «Angesichts der aktuellen Lage und der Verfügbarkeit von Personal in den nächsten Monaten hat das KKL nun entschieden, die Jahreshauptrevision 2020 zu verkürzen und sich primär auf den Wechsel der Brennelemente sowie Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten zu konzentrieren, ergänzt mit einzelnen Erneuerungsarbeiten.»

«Die Zahl der externen Mitarbeitenden wird nach ersten Schätzungen von rund 1700 auf deutlich weniger als 1000 reduziert werden», sagt Sprecherin Jolanda Van de Graaf. Nun folge die Detailplanung samt Prüfung, «wie weit das Personal noch weiter verringert werden kann und mit welchen Massnahmen – zum Beispiel Schichtbetrieb – wir sicherstellen werden, dass alle Corona-Massnahmen eingehalten werden.»

Revision dauert nun 43 Tage

Die Revision soll zudem später, am 29. Juni, beginnen und zirka 43 Tage lang dauern. Dadurch werden deutlich weniger externe Fachkräfte gebraucht. Bei der Detailplanung der Jahreshauptrevision werden die vom KKL bereits ergriffenen Corona-Massnahmen angepasst oder ergänzt.

Für die Jahresrevision reisen jeweils externe Fachkräfte aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA an, so Van de Graaf weiter. Zum grössten Teil stehen sie einige Tage bis Wochen im Einsatz. «Dabei handelt es sich um bewährte Spezialisten für einzelne Revisionsaufgaben. Nur in Einzelfällen wird externes Personal für die gesamte Revisionsdauer benötigt.» 

350 externe Mitarbeiter aus dem Ausland hätten auf einem Areal in Albbruck auf der deutschen Seite des Rheins untergebracht werden sollen, wie der «Südkurier» berichtete. Sie sollten auf ihrem Weg zur Arbeit und zurück täglich die Grenze beim Wasserkraftwerk Leibstadt-Dogern passieren. Doch dieser Grenzübergang wurde wegen der Coronakrise gesperrt, wie folgendes Bild zeigt: 

Velofahrer müssen umkehren am gesperrten Grenzübergang Leibstadt-Dogern.

Velofahrer müssen umkehren am gesperrten Grenzübergang Leibstadt-Dogern.

Durch die kürzere Revision dürfte das Containerdorf aus Sicht des KKL nicht mehr nötig sein, so Van de Graaf. Sie weist darauf hin, dass es von einem Lieferanten, sprich Personalvermittler genutzt worden wäre. «Das KKL ist nicht direkt involviert.» Wohnen externe Mitarbeiter während der Revision im Ausland? «Das ist noch in Abklärung und hängt auch davon ab, wie sich die Situation bis im Juni entwickelt.»

10 Megawatt Leistungssteigerung

Der Austausch des Turbinenkondensators, der eine Leistungssteigerung um 10 auf 1285 Megawatt gebracht hätte, soll nun nächstes Jahr erfolgen. 

Auch mit der verkürzten Revision «können alle notwendigen oder vorgeschriebenen Instandhaltungsarbeiten, Prüfungen und Inspektionen für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb des KKL durchgeführt werden», hält das KKL fest. 

Das KKL beschäftigt rund 500 Mitarbeitende. Seit drei Wochen arbeiten viele von ihnen ganz oder teilweise von Zuhause aus. Die anderen führen die notwendigen Arbeiten vor Ort im KKL aus, unter besonderen Corona-Massnahmen, wie das KKL weiter schreibt. 

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