Zurzibiet

Was man lieber nicht sehen möchte: Retter zeigen, was sie können

Eine gerettete Autofahrerin, ein fliegendes Pferd und viele Rettungskräfte in Aktion: Der fünfte internationale Feuerwehr- und Bevölkerungsschutztag war eine eindrückliche Leistungsschau.

Ein Fahrzeug liegt auf dem Dach – eine junge Frau ist darin eingeklemmt. Schon heult eine Sirene auf und die Feuerwehr ist zur Stelle. Nur kurze Zeit später landet ein TCS-Helikopter gleich neben der Unfallstelle.

Zum Glück ist dies kein Ernstfall, die Szenerie ist die Übung «Strassenrettung», die anlässlich der fünften Ausgabe des internationalen Feuerwehr- und Bevölkerungsschutztages stattfindet. Schon in den frühen Morgenstunden ist auf dem Solvay-Areal zwischen Bad Zurzach und Rekingen einiges los – am Eingang wird man von den freundlichen Zivilschützern mit ihren orangen T-Shirts und olivgrünen Hosen empfangen.

«Die verschiedenen Organisationen müssen bei einem Grossereignis gut zusammenarbeiten», sagt Moderator Fabian Engel und führt als erschütterndes Beispiel die verheerende Brandkatastrophe im Gotthard-Tunnel vor dreizehn Jahren an.

Der Name ist Programm

Dass diese Zusammenarbeit funktioniert, demonstrieren die Rettungskräfte bei gleich drei Einsatzübungen mit verschiedenen Schwerpunkten. So nennt sich der internationale Anlass denn auch «Blaulicht live!» – und der Name ist Programm.

Über 40 Aussteller nehmen an der Leistungsschau teil. Dabei hat man die Möglichkeit auszuprobieren, wie es sich anfühlt, ein Atemschutzgerät zu tragen oder kann das Areal bei einem Helikopter-Rundflug von oben zu betrachten. Auch die internationale Zusammenarbeit wird an diesem Tag betont. So sind nebst zahlreichen Schweizer Organisationen auch das Deutsche Rote Kreuz Lauchringen und Küssaberg und die Höhenrettungstruppe Hochrhein mit dabei.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Vorführung des Grosstier-Rettungsdienstes Schweiz und Lichtenstein. Was, wenn ein Pferd in ein Güllenloch fällt und sich nicht mehr befreien kann? In einer solchen Situation rückt Ueli Windisch mit seinem Team der Pferdeambulanz aus: «Jeder Griff muss sitzen», erklärt Windisch, «oft kämpft man mit schlechten Lichtverhältnissen.»

An diesem Tag demonstrieren sie eine sogenannte Horizontalrettung. Dafür wird dem erstaunlich ruhigen Pferd ein Bergungsnetz angezogen. Damit wird das Tier angehoben, bis es schliesslich komplett in der Luft hängt.

Oldtimer und Jugendfeuerwehr

Wer weniger an Tieren als an Pferdestärken Interesse zeigt, kommt an diesem Tag beim Oldtimer-Corso auf seine Kosten. Kurz nach der ersten Einsatzübung rollen die antiken Fahrzeuge der Feuerwehr über das Solvay-Areal – den Anfang macht ein Land Rover, der im Jahre 1962 von der Zurzacher Feuerwehr angeschafft wurde und bis 1997 in ihrem Dienste stand.

Aber auch neues Material wird vorgestellt. So nutzt die Stützpunktfeuerwehr Bad Zurzach-Rietheim den Anlass, um zwei Fahrzeuge einzuweihen – auch wenn die roten Riesen noch nicht ganz fertig sind. Zudem diente «Blaulicht Live!» als Austragungsort für die Aargauische Jugendfeuerwehr-Meisterschaft. Dafür wurde ein anspruchsvoller Wettkampf-Parcours für den Nachwuchs aufgebaut.

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