Bad Zurzach

Was für eine Pracht: Das Schloss öffnet seine Tore – «Mit so vielen Besuchern haben wir nicht gerechnet»

Grosses Interesse am Schloss Zurzach: Die neuen Besitzer der Gründerzeit-Villa begrüssten viele neugierige Besucherinnen und Besucher am «Morgen der offenen Türe».

«Letztmals bin ich als kleiner Bub im Schloss gewesen», sagt Mike Auer aus Zurzach am Samstagmorgen vor dem erstmals seit vielen Jahren wieder offenen prächtigen Tor beim Parkeingang. «Ich habe in der Zeitung gelesen, dass das Schloss heute besichtigt werden kann. Es wäre wirklich schön, wenn wieder ein Schlosscafé entstehen würde.»

Zusammen mit Gattin Nadine und Töchterchen Nuria hat Mike Auer die Gelegenheit ergriffen, am «Morgen der offenen Türe» einen Blick in die Gründerzeit-Villa zu werfen, die sich der Industrielle Jakob Zuberbühler (1840 bis 1904) ums Jahr 1900 hatte erbauen lassen.

Möglich gemacht haben das die neuen Besitzer des Schlosses. Markus Birchmeier, Karin und Reto S. Fuchs sowie Marianne und Heinrich Pfister-Kramer, die als Aktionäre hinter der Park Himmelrych AG stehen, haben es sich nicht nehmen lassen, den Besuchern an diesem Morgen persönlich Auskunft zu geben.

Für drei Stunden geöffnet: Rundgang durchs Schloss Bad Zurzach – mit einem Blick von oben

Für drei Stunden geöffnet: Rundgang durchs Schloss Bad Zurzach – mit einem Blick von oben

Das Schloss präsentiert sich so, wie es die Park Himmelrych AG im vergangenen Jahr von der Antonie-Deusser-Stiftung übernommen hatte. Nur wenig erinnert noch an die Zeit, als im Schloss die Werke des Malers August Deusser ausgestellt wurden und das Schlosscafé zur Einkehr lud.

Immerhin zeugen im riesigen Keller zwei leere Stuck-Bilderrahmen an der Wand von der Vergangenheit des Schlosses als Kunstmuseum.

Bereits hat aber die Kunst wieder Einzug gehalten. «Das ist mein neues Atelier», erklärt im Nordost-Eckzimmer des Erdgeschosses der Zurzacher Künstler Santhori und stellt anerkennend fest: «Ich finde es super, wie viel Herzblut jetzt ins Schloss gesteckt wird.» Was nicht niet- und nagelfest war, ist durch die Vorbesitzer ausgebaut worden.

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Nur ein kleines Schild weist noch auf ein «Buffet und eine Sitzbank in Nussbaumholz» hin, die ein gewisser Karl Albiker um 1910 angefertigt hatte, und im Obergeschoss erinnert das Schild einer Klingel an den einstigen Schlossherrn Hugo Ammann. Geblieben sind aber die prächtigen Glasfenster, die mit Stuckaturen verzierten Decken und die Wandmalerei im Obergeschoss, die den Betrachter gewissermassen in eine Fantasielandschaft eintreten lässt.

Es wartet viel Arbeit auf die neuen Besitzer

Unübersehbar sind aber auch die Eingriffe, welche die Vorbesitzer – wohl im Hinblick auf Sanierungen – vorgenommen hatten. Auf die neuen Besitzer wartet jedenfalls viel Arbeit. In einem ersten Schritt wird sich jetzt ein Baumpfleger des Parkes annehmen. Leider musste eine Zeder gefällt werden. Ihr Holz soll aber – in der Form von Tischen und Bänken – wieder in den Park zurückkehren.

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«Wir haben schon mit Besucherinnen und Besuchern gerechnet», stellt Reto S. Fuchs kurz vor Schluss des «Morgens der offenen Türe» fest. «Aber dass es so viele sein würden, habe ich nicht erwartet. Das Interesse am Schloss ist erfreulich.»

Den Besucherinnen und Besuchern aus dem Herzen gesprochen haben dürfte Pitsch Kramer aus Zurzach. «Ich bin oft im Schlosscafé gewesen», erklärt er. «Für die Kinder waren die Enten im Schlossteich stets ein Highlight. Es macht daher umso mehr Freude, dass Park und Schloss für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden sollen.»

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