Landammann-Stammtisch

Warum Leuggern Markus Dieths Finanzsorgen lindert

Markus Dieth im Gespräch mit Grossrat Andreas Meier (links), CVP-Ortsparteipräsident Thomas Miller und dem früheren Grossratspräsidenten Theo Voegtli (rechts).

Landammann Stammtisch Leuggern

Markus Dieth im Gespräch mit Grossrat Andreas Meier (links), CVP-Ortsparteipräsident Thomas Miller und dem früheren Grossratspräsidenten Theo Voegtli (rechts).

Die Zurzibieter Gemeinde leistet einen unerwarteten Beitrag zur Entlastung der Steuereinbussen. Am Landammann-Stammtisch war aber auch Corona das dominierende Thema.

Wie schwierig die Zeiten aktuell sind, hat Markus Dieth am eigenen Leib erfahren. Im März waren er und seine Familie selber Opfer dieses aggressiven Virus Covid-19.

Auch wenn er seine Geschichte sicher schon x-mal hatte erzählen müssen, das erste Thema, das die Gäste am Landammann-Stammtisch in der Sonne Leuggern interessierte, war: Corona.

Acht Tage mit 40 Grad Fieber und 9 Kilo abgenommen

«Ich konnte es mir nicht vorstellen, habe so etwas noch nicht erlebt. Während der acht Tage mit 40 Grad Fieber habe ich 9 Kilo abgenommen.» Aber er habe die verlorene Muskelmasse wieder antrainiert und fühle sich gut. Die Krankheit grassiere im Aargau gegenwärtig nicht so stark wie in anderen Regionen. Markus Dieth weiss dennoch von acht hospitalisierten Patienten, von denen zwei auf der Intensivstation gepflegt würden. «Die Fallzahlen entscheiden die Massnahmen», sagte er. Wichtig sei, dass diese verhältnismässig seien. Es ist uns bis anhin gelungen, die Menschen unaufgeregt und angemessen durch die Gesundheitskrise, die auch eine soziale Krise ist, zu führen.»

Zu den zwei Dutzend Stammtisch-Gästen gehörten unter anderem die Grossräte Andreas Meier und René Huber. Der ehemalige Grossratspräsident Theo Voegtli war da. Ebenso Gemeindeammann Stefan Widmer, der von Vizeammann Susanne Keller und Gemeinderat Robert Erne begleitet wurde.

Dieht hat besondere Beziehung zum Zurzibiet

Der Aargau sei finanziell gut aufgestellt, sagte Dieth. Allerdings rechnet der Landammann wegen Corona mit Steuereinbussen von 120 Millionen Franken. Nur gut, meinte er mit einem Augenzwinkern in Richtung Stefan Widmer, dass nach dem Lottogewinn einer Einwohnerin die Gemeinde mehr in den Finanzausgleich zahle. Dank Sondereffekte, aber auch dank vorsichtiger Budgetierung, hätten in den letzten drei Jahren Schulden im Umfang von 500 Millionen Franken abgebaut und nochmals 500 Millionen Franken in die Ausgleichsreserve eingelegt werden können.

In der Steuerverwaltung sei ein Wort verboten, nämlich Steuerpflichtige. «Wir haben keine Steuerpflichtige, sondern Kunden, die dafür, dass sie Steuern bezahlen, etwas bekommen», sagte Dieth. Sein Departement verwaltet Immobilien mit einem Volumen von 2,3 Milliarden Franken. Zudem ist der Aargau fünftgrösster Agrarkanton mit einer Wertschöpfung von 1 Milliarde. Dieth hat übrigens eine besondere Beziehung zum Bezirk Zurzach. Als angehender Jurist absolvierte seine Praktika in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre beim Bezirksgericht Zurzach unter Ernst Humbel.

Der Landammann-Stammtisch war wegen Corona arg durcheinandergebracht worden. Für Leuggern brauchte es zwei Anläufe. Umso mehr freuten sich die Gastgeber, Sonnen-Wirtin Karin Hauenstein und Geri Keller, Wirt im Bären Hottwil und Vorstandsmitglied von Gastro Aargau. Er schätze es sehr, dass die Tradition, von Regierungsrat Urs Hofmann eingeführt, Fortbestand habe, sagte Keller.

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