Die Hundehalter in Siglistorf sind alarmiert: Gemäss einer Mitteilung auf der Gemeindewebsite sollen vor kurzem im Gebiet Fluehalde Giftköder aufgetaucht worden sein. Dies bestätigt Alessandra Geissmann von der Gemeindeverwaltung. Nachdem ein Hundehalter sich gemeldet hatte, sei man aktiv geworden. Aus gutem Grund: Der Mann, der in einer benachbarten Gemeinde im Kanton Zürich wohnt, war am 9. Oktober gegen Mittag mit seiner Schäferhündin in besagtem Gebiet unterwegs. Gemäss seinen Schilderungen habe das Tier nach dem Spaziergang erbrochen und sei wenige Stunden später gestorben.

Zuvor habe er sich mit einem Tierarzt telefonisch in Verbindung gesetzt und ihm die Symptome geschildert. Dieser vermutete offenbar einen vergifteten Köder, der schliesslich zum Tod des Tieres führte. Die leitende Kantonstierärztin Erika Wunderlin rät den Hundehaltern dringend, bei auffälligen Symptomen ihres Hundes umgehend einen Veterinär aufzusuchen, damit dieser das Tier mit entsprechenden Medikamenten stabilisieren kann.

Die Kantonspolizei hat Kenntnis vom Vorfall in Siglistorf. Der Hundehalter habe sich gemeldet, sagt Kapo-Sprecher Roland Pfister, und Anzeige gegen unbekannt erstattet. Ob der Hund tatsächlich vergiftet worden sei, lasse sich aufgrund der fehlenden Autopsie nicht mehr eruieren. Die Schäferhündin wurde am Tag nach ihrem Tod zur Kadaversammelstelle gebracht. Es deute zwar einiges darauf hin, so Pfister. «Was aber fehlt, ist eine eindeutige Diagnose beziehungsweise ein Bericht seitens eines Tierarzts sowie ein Labortest.» Deswegen beruhe die Todesursache der Schäferhündin auf Mutmassungen.

Grund nicht immer Giftköder

Ungeachtet dessen hat die Gemeinde inzwischen an den Robidogs auf Gemeindegebiet Informationsblätter angebracht, um die Hundehalter auf die mögliche Gefahr aufmerksam zu machen. Seit dem tödlichen Zwischenfall Anfang Oktober seien allerdings keine weiteren Hinweise mehr eingegangen, sagt Alessandra Geissmann. Dennoch herrscht im Ort Unruhe. Ein Hundehalter in Siglistorf sagt, dass er sein Tier seither konsequent an die Leine nehme. Es gebe immer wieder Fälle von Hundehassern, die sich auf diese Weise rächen wollen.

Angeblich giftige Hundeköder verunsichern Hundehalter immer wieder. Letztes Jahr sorgten zwei verdächtige Fälle im Zurzibiet für Aufregung. Laut Roland Pfister ist es unbestritten, dass es im Kanton Aargau «leider vereinzelte solcher Vergiftungsfälle gibt». Er betont, dass Polizei und Staatsanwaltschaft bei Verdachtsmomenten ihre Ermittlungen aufnehmen.

Der Mediensprecher mahnt gleichwohl zur Besonnenheit, weil es sich mehrheitlich um Gerüchte handle, die oft von einer einzelnen Person in die Welt gesetzt werden.

Erika Wunderlin weist darauf hin, dass nicht immer Hundehasser für den unvermittelten Tod des Tieres verantwortlich sein müssen. Einer der bekanntesten Fälle ereignete sich vor einigen Jahren im Kanton Zürich: Sieben Hunde haben sich damals beim Spazieren vergiftet, drei sind dabei gestorben. Die Hunde sind jedoch nicht Opfer einer Straftat geworden, sondern haben sich vermutlich mit einem Dünger aus Traubenresten vergiftet.