Bahnstrecke

Vorstoss eingereicht: Grossräte wollen Wiedereinführung der Rheintallinie

Auf der Strecke fahren nur Güterzüge. Das soll sich ändern. (Symbolbild)

Auf der Strecke fahren nur Güterzüge. Das soll sich ändern. (Symbolbild)

Der Kanton soll bei Simonetta Sommaruga die Wiedereinführung der Rheintallinie von Winterthur via Bad Zurzach nach Basel beantragen.

Seit mehreren Jahren kämpfen Zurzibieter Politiker auf kantonaler und nationaler Ebene für die Wiedereinführung der Rheintallinie von Winterthur via Bad Zurzach nach Basel für den Personenverkehr. Einer davon ist der CVP-Grossrat Andreas Meier.

Vor zwei Jahren reichte der Klingnauer einen ersten Vorstoss im Grossen Rat ein. Im November 2019 folgte ein Postulat, das Meier vergangene Woche aber zurückzog. «Ich hätte bei den anderen Fraktionen keine Mehrheit erreichen können», sagt Meier. Diese Woche reichte er nochmals eine überarbeitete Version ein zusammen mit den Parteikollegen René Huber aus Leuggern sowie Werner Müller und Alfons Kaufmann aus dem Fricktal.

«Am Postulat von 2019 wurde vor allem die Verknüpfung mit dem Staatsvertrag mit Deutschland kritisiert», erklärt Meier. Darin wird der finanzielle Beitrag des Bundes für die Elektrifizierung der Deutschen Bahn geregelt. Der Regierungsrat empfahl unter anderem deshalb, den vergangene Woche traktandierten Vorstoss abzulehnen.

«Dies hätte aber das Signal nach Bern gesandt, dass der Aargau die Rheintallinie gar nicht will.» SVP-Ständerat Hansjörg Knecht und CVP-Nationalrätin Marianne Binder, die beide auf nationaler Ebene für die Interregioverbindung weibeln, hätten einen Schlussstrich unter ihre Bemühungen ziehen können.

«Für mich ist dies aber eine Herzensangelegenheit», sagt Andreas Meier. Deshalb habe er aus taktischen Gründen das Postulat zurückgezogen und diese Woche neu eingereicht. Der grosse Unterschied: Die Verknüpfung der IR-Verbindung mit der Elektrifizierung Hochrhein wurde rausgestrichen. Neu soll der Kanton beim Bund nicht nur die Wiedereinführung beantragen, sondern dabei auch einen für den Aargau vertretbaren Kostensplit verhandeln.

Bahnlinie für Zukunft des Zurzibiets wichtig

Für die Bezirke Zurzach und Laufenburg sei die Reaktivierung dieser schnellen und komfortablen Zugverbindung enorm wichtig, begründet Meier, der auch Mitglied der «Arbeitsgemeinschaft Pro WiBa» mit Sitz in Bad Zurzach ist, die dasselbe Ziel verfolgt. «Das Rheintal erlebte gegenüber den Zentren einen Rückschritt.»

So seien Firmen und Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren verloren gegangen und nicht wieder ersetzt worden. Mit der Abschaltung der Kernkraftwerke werden in absehbarer Zukunft weitere Arbeitsplätze wegfallen. Ausserdem sollen die Hightech-Zonen um das PSI, die Chemiebranche im Westen des Kantons und die technischen Betriebe im Raume Winterthur besser verknüpft werden.

«Für die Wirtschaft, aber auch für den Tourismus im Rheintal ist eine gute Verbindung wichtig für die Zukunft.» Ausserdem sei die Rheintallinie eine gute Alternative für die Hauptverkehrsachse zwischen Zürich und Basel, insbesondere bei Störfällen.

Der neu eingereichte Vorstoss nimmt Bezug auf eine Studie von zwei Studenten der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften von 2019. Die Daten der von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga ausgezeichneten Studie zeigen, dass mit der geforderten Strecke ein verhältnismässig grosses Nachfragepotenzial abgedeckt würde.

Gleichzeitig wären die Investitionen für die Wiederinbetriebnahme der Verbindung entlang des Rheins mit rund 20 Millionen Franken nicht übermässig hoch. Hinzukommen würden jährlich weitere 37,2 Millionen Franken für den Betrieb.

Auf grossen Teilen der Rheintallinie sind seit 25 Jahren nur Güterzüge unterwegs, der Abschnitt zwischen Rheinfelden und Basel hingegen wird auch durch Personenzüge genutzt und stark belastet. «Aber deshalb darf nicht das ganze Projekt scheitern», so Meier. Mit dem überarbeiteten Postulat rechnet er sich nun gute Chancen im Grossen Rat aus.

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