Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Bad Zurzach besuchten am Mittwoch das regionale Gewerbe. Anlässlich der sogenannten Vorschnupperlehre erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, Unternehmen und ihre Arbeitsbereiche kennen zu lernen.

Die Idee einer Vorschnupperlehre entstand im Gespräch mit den Firmen, sagt Dirk Wagner, der Hauptverantwortliche des einzigartigen Projekts: «Das regionale Gewerbe hatte festgestellt, dass viele Jugendliche eine Schnupperlehrstelle antraten und diese vorzeitig abbrachen, da sie merkten, dass der Beruf doch nicht zu ihnen passt.» So hätten die Betriebe den Wunsch geäussert, den Schülern vor der Schnupperlehre einen Kurzeinblick zu ermöglichen.

Im Rahmen der Vorschnupperlehre können sich die Oberstufenschüler der Kreisschule Rheintal-Studenland für Termine bei mittlerweile 32 Unternehmen aus der Region anmelden. Die Auswahl an Berufen erstreckt sich vom Metzger über das KV bis hin zum Geomatiker. Das Ziel sei ein erster Kontakt zwischen den Schülern und Unternehmen, sagt Wagner: «Die Treffen dienen als Eisbrecher.

Gerade bei Branchen, die Mühe haben, neue Lernende zu finden.» Schwierigkeiten bereite zum Beispiel das niedrige Ansehen gewisser Branchen: «Handwerkliche Berufe gelten für viele Jugendliche als solche, bei denen man ins Schwitzen gerät, sie sind daher oft weniger beliebt.»

Grosses Interesse der Schüler

Von rund 120 Schülern der 1. und 2. Oberstufe nutzen seit Jahren etwa 100 Jugendliche das freiwillige Angebot der Vorschnupperlehre. Beliebt sind vor allem die Berufe KV bei der Gemeinde und bei den Banken. Die 15-jährige Emerjona Sejdaj aus Bad Zurzach nerven Vorurteile: «Das KV stempeln viele als langweilig ab, alles spiele sich nur am Computer ab. Dabei bietet er sehr viel Abwechslung, besonders der Bereich der Sozialen Dienste. Da hat man mit Menschen zu tun.»

Auch der in der Thermalbad-Region verbreitete Beruf Fachmann/frau Bewegung und Gesundheitsförderung ist bei den Schülern hoch im Kurs. So bei der 13-jährigen Elyn Markwalder aus Rietheim: «Früher wollte ich immer als Instrukteurin im Fitnesscenter arbeiten. Nun möchte ich klären, ob mir der Beruf der Fitnesstrainerin immer noch zusagt.»

Sechs Schüler durften am Mittwochnachmittag auch den Beruf der Geomatiker näher kennenlernen. Mit dabei war der 14-jährige David de Hoop aus Rekingen, der schon gewisse Vorstellungen hat, wo er tätig sein will: «Ich möchte als Architekt arbeiten. Der Beruf Geomatiker ist ähnlich, weshalb ich hier vorschnuppern wollte.

Auch eine Lehre beim Geomatikerunternehmen von Reto Porta in Bad Zurzach kann ich mir vorstellen.» Bereits Vorkenntnisse sammelte die 14-jährige Alina Tönnesen aus Siglistorf: «Ich lernte den Beruf Zeichnerin EFZ Ingenieurbau kennen. Ich zeichne gern Karten.»