Neujahrsapéro am 11. Jänner: Wieso nicht? Das neue Jahr liegt immer noch in den Windeln und überhaupt – es ist nie zu spät. Schon gar nicht, wenn grosse Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen. So, wie das Wochenende vom 11. bis 13. September, wenn – wetten, dass – ganz Bad Zurzach aus dem Häuschen sein, ja kopfstehen wird.

Verzaubert von einem einzigen Wort «Fläckefäscht». Ein 14-köpfiges OK unter Leitung von Bernhard Scheuber ist seit über einem Jahr am Tüfteln und Planen; gestern wurden ein paar Schleier gelüftet: An Stelle der obligaten politischen Ansprache wurde an diesem Neujahrsapéro mit amüsanten Sketches die Vor-Festfreude geweckt.

Was nicht heissen will, dass der Anlass in der Mehrzweckhalle Langwies ganz und gar ohne Traditionen abgelaufen wäre. Unter der Leitung von Chris Schneider rahmte die Jugendmusik Bad Zurzach, der junge Musiker aus sechs umliegenden Gemeinden angehören, den offiziellen Teil mit ihrem professionellen Spiel ein.

Begleitet von einer Dia-Show liess Gemeindeammann Reto Fuchs vor rund 200 lauschenden Zurzacherinnen und Zurzachern das vergangene Jahr Revue passieren. Auch warf er Blicke in die nahe Zukunft, etwa auf die Sitzung des Grossen Rates, der über den Zusatzkredit von 16 Millionen Franken für die Umfahrung entscheiden wird. Oder darauf, dass zumindest einer der beiden Kreisel auf der Nordumfahrung gebaut und das Parkierungsreglement umgesetzt werden sollen.

Verhandeln mit Sawiris

«Tief in die Geschichte unseres Fleckens eintauchen, auf rosa Wölkchen träumen, erleben, begegnen, lustig sein», mit diesen Worten leitete Fuchs über zum ersten Höhepunkt des Vormittags. Der zweite folgte mit Weisswein und Häppchen dann zu guter Letzt. «‹Fläckefäscht› steht drauf, aber Jugendfest ist drin», hielt OK-Chef Scheuber fest, bevor er die fünf Themenkreise – analog zu Epochen aus der Geschichte des Fleckens vom 4. Jahrhundert bis in die Zukunft – präsentierte. «Das Festgelände wird entsprechend diesen Epochen im Flecken verteilt sein.»

Mit originellen und witzigen Sketches liessen bekannte und komödiantisch begabte Zurzacherinnen und Zurzacher sodann das Thermometer der Fest-Vorfreude bereits in erste fiebrige Höhen klettern. Nebst der heiligen Verena traten unter anderem der Industrielle Jakob Zuberbühler, der 1872 dem Flecken neuen Aufschwung gebracht hatte und «Quellevater» Dr. Martin Erb in Erscheinung. Ohne die Leistung aller anderen schmälern zu wollen, so muss Andreas Edelmann doch ein besonderes Kränzchen gewoben werden: Sein am Handy mit Sawiris, einem chinesischen und einem russischen Investor verhandelnder Papa Moll war mitreissend komisch.