Die Geschichte von Tanja Mendonca hat die AZ-Leserinnen und -Leser bewegt. Die fünffache Mutter wurde mit dem Rega-Heli aus dem eingeschneiten Elm (GL) ausgeflogen und mit dem Rotkreuz-Fahrdienst nach Leuggern gefahren, wo sie den kleinen Aurelio zur Welt brachte.

Der Grund für ihre Reise ins Zurzibiet: Mendonca wollte nicht auf ihre Hebamme des Vertrauens verzichten. Sie wollte zu Erika Hunziker, krause Haare, fast 50 Jahre Arbeitserfahrung. Für die AZ-Leserinnen ist Hunziker der eigentliche Star der Geschichte um die Geburt von Aurelio. Auf Facebook überhäufen sie die Bruggerin mit Lob. "Beste Hebamme. Frau für alle Fälle", schreibt Jacqueline Schnorf-Marending. Astrid Zehnder-Gärtner pflichtet ihr bei: "Die beste Hebamme aller Zeiten. Sie ist zuverlässig, vertrauenswürdig und eine gute Fee."

Viele Schreiberinnen haben selbst Kinder mit Hunziker geboren. Corinne Stähle-Keller wird bei ihrer nächsten Geburt von Hunziker betreut. Sie bereut, dass Hunziker nicht schon beim ersten Mal dabei war. Die Zeit vor der Geburt wäre sonst viel leichter gewesen, ist sie überzeugt. Dana Hüsler ist derselben Meinung: "Darum lieben wir doch alle unsere Erika." 

Schon über 5000 Kinder 

Erika Hunziker hat in ihrer langen Karriere schon 5000 Geburten begleitet. Sogar aus Hamburg und Paris kamen Kundinnen zu ihr, wie sie "Tele M1" erzählt.

In ihren fast 50 Jahren als Hebamme hat sich die Arbeit stark verändert. Sie hat mehr Technik zur Verfügung, überwacht die Frauen mehr. Hunziker hält fest: "Das ganz natürliche Gebären geht zurück." Genau das habe sie aber gesucht. Darum arbeitet sie als Beleghebamme. Das gibt ihr die Möglichkeit, Frauen von der Schwangerschaft über die Geburt bis ans Wochenbett zu betreuen.

Hebamme zu werden, das war für Hunziker eine Berufung. Tag und Nacht ist sie auf Abruf, wenn eine ihrer Kundinnen sie braucht. Das ist ihr Job als Beleghebamme. Im Schichtbetrieb Kinder zur Welt bringen, wie das heute verbreiteter ist, das will sie nicht.

Hunziker war 2011 als Aargauerin des Jahres nominiert.

  

In ihrer Karriere ist Hunziker vor schlechten Erfahrungen nicht verschont geblieben. Sie hat es erlebt, dass Kinder tot zur Welt kamen. Gerade für junge Hebammen sei das heute schwierig zu verarbeiten. Sie hatte es gezwungenermassen einfacher. Schlimme Fälle seien früher viel häufiger vorgekommen als heute. Diese Erlebnisse möchte sie heute nicht missen: "Von diesen Geburten habe ich enorm viel gelernt."

Nervosität trotz Erfahrung

Trotz ihrer Routine war Hunziker bei Aurelios Geburt nervös: "Diese Frau (Tanja Mendonca) war schliesslich den ganzen Tag lang im Stress." Dass das Kind reibungslos zur Welt kam und Mendonca danach von ihrer bisher schönsten Geburt sprach, freut auch Hunziker.

Am Morgen vor der Geburt waren Hunzikers Gedanken bei Mendonca. Sie wusste, dass Elm eingeschneit war. Sie dachte: "Hoffentlich ist sie ruhig." Eine halbe Stunde später klingelte ihr Telefon. Am Apparat: Mendonca.

Die Geschichte der Tanja Mendonca und der Geburt von Sohn Aurelio:

Per Extraflug in den Kreissaal

  

(mwa)