Als Bruno Hofer die Stationen seiner Karriere erwähnte, war es mucksmäuschenstill im Saal des Gasthofs Weisses Kreuz in Gippingen. Schnell war den anwesenden Gemeinde- und Stadtammännern klar, dass der neue Geschäftsleiter von ZurzibietRegio einen beeindruckenden Leistungsausweis mitbringt. Novartis und PricewaterhouseCoopers zählten zu seinen Arbeitgebern, für die «Weltwoche» war er Freier Bundeshauskorrespondent, beim «SonntagsBlick» Wirtschaftschef.

Den grössten Eindruck dürfte aber hinterlassen haben, dass Bruno Hofer von 1995 bis 2000 persönlicher Mitarbeiter von FDP-Bundesrat Kaspar Villiger war. In der Regel verfügt ein Bundesrat über zwei persönliche Mitarbeiter. Sie pflegen Beziehungen zu Parlamentsfraktionen, Parteien und weiteren Interessengruppen und organisieren die Aktivitäten ihres Departementsvorstehers.

Im Laufe der Jahrzehnte hat Hofer seine Tätigkeit aus dem Umfeld des Bundesrats teilweise ins Zurzibiet verlegt: Im Jahr 2007 machte sich der heute 62-Jährige selbstständig. Er gründete die Marketing- und Kommunikationsagentur One to One mit Sitz in Dietikon. Inzwischen heisst die Firma Hofer Kommunalmanagement AG.

Bruno Hofer beschäftigt vier feste und zahlreiche externe Mitarbeiter. Seit Mitte 2015 ist er der Geschäftsleiter des Gemeindeverbands ZurzibietRegio. Seine Firma wurde mit einem 50-Prozent-Mandat beauftragt. Bereits seit 2008 ist Hofer für die Standortförderung Limmattal in gleicher Funktion tätig. Diese Erfahrung lässt er nun ins Zurzibiet einfliessen.

Die Marke Zurzibiet stärken

«Als Geschäftsleiter bin ich Vordenker, führe den Laden und versuche, ihm den Stempel aufzudrücken», sagt Hofer. Er betont aber auch, dass ohne Teamwork nichts geht. Im Prinzip ist es ein Trio, welches versucht, das Zurzibiet in eine prosperierende Zukunft zu lenken. Neben dem Verband ZurzibietRegio mit Präsident Felix Binder sind es das Wirtschaftsforum Zurzibiet um Markus Birchmeier und die Bad Zurzach Tourismus AG um Peter Andres. Diese Kräfte wollen die Marke Zurzibiet breiter und stärker verankern.

Hofer selbst lebt seit 2011 in Riniken und ist Vater zweier erwachsener Kinder. Über das Zurzibiet spricht er in den höchsten Tönen. Er lobt das Gemütliche und Friedliche, die intakte Natur, die erschwinglichen Wohnungspreise, das lebendige Vereinsleben und die freundlichen Menschen. «Das sind tolle Basisfaktoren», sagt Hofer. Es existiert aber auch eine andere Seite. «Es gibt hier nicht so viele Arbeitsplätze wie andernorts», sagt Hofer. Zwar müsse das Zurzibiet kein zweites Limmattal werden, «aber wir dürfen auch nicht zur reinen Wohnregion verkommen. Sonst werden die Orte zu Schlafgemeinden ohne Wachstum». Die Entwicklung der Wirtschaft und von Arbeitsplätzen sei für die Zukunft ein wichtiger Faktor. Als positives Beispiel nennt Hofer das Paul-Scherrer-Institut: Ein Aushängeschild mit überregionaler Ausstrahlung.

Auch wenn es in Zeiten von Einkaufstourismus und Frankenstärke Stimmen gibt, die dem Zurzibiet keine Bestnoten verteilen, hält Hofer fest: «Ich habe nicht den Eindruck, dass es eine unzufriedene Region ist.» Man müsse aber erkennen, dass eine einzelne Gemeinde oder ein einzelnes Tal im Wettbewerb nicht bestehen kann. «Die Region muss ihre Kräfte bündeln», fordert Hofer. «Das haben andere vielleicht früher erkannt und besser gemacht. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.»