Von wem er das kuriose Geschenk bekommen hat, ist nicht klar. Hugo Klotz (Theo Sibold), seines Zeichens unsympathischer Besitzer einer Toilettenpapierfabrik, ruiniert zuerst seine Geburtstagsparty und wundert sich danach über das spezielle Präsent. Er lässt sich nicht bitten und trinkt das Fläschchen «Glücksserum» kurzerhand einfach aus. In der Folge wird aus dem unbeliebten Klotz der Mohrenkopfliebhaber Hugo, der alsbald mit dem IQ eines Fünfjährigen gesegnet ist.

Damit hält er seine Familie und seine Firma ganz schön auf Trab. Sein skrupelloser Schwager Bruno (Stephan Gassmann) wittert Morgenluft und setzt alles daran, um die Firma übernehmen zu können. «bisch sicher?» ist die Geschichte um wahre Treue und um die Tatsache, dass ein bisschen mehr Kindlichkeit dem erwachsenen Menschen wohl guttäte. Sie ist das Erstlingswerk der beiden Zürcher Autoren Rolf Brunold und Peter Kaufmann.

Ihr Werk ist und bleibt seit seiner Erstaufführung 2010 im Theater Friesenberg ein Erfolgsstück. Das ist auch in Leuggern nicht anders. Es wird mit allerlei Situationskomik und mit witzigen Dialogen gespielt. Das Stück lebt von seinen beiden kindlich agierenden Protagonisten Hugo und Herbie (Hans Brechbühler), denen Supermann und Mohrenköpfe wichtiger sind als Bilanzen und Geschäftsverträge.

Nie unter der Gürtellinie

Es ist genau diese Art von Theaterstücken, die stellvertretend für das Theater SV Leuggern stehen. «Wir wollen lustige Stücke spielen. Die Leute sollen lachen können», erklärt Regisseurin Irene Mutter im Anschluss an die Premiere. Humor sollte aber nicht verwechselt werden mit Niveaulosigkeit. «Uns ist es wichtig, dass wir nie unter die Gürtellinie gehen», sagt sie. Das scheint gut gelungen zu sein. So schien sich das Publikum am Samstagabend bestens zu unterhalten.

Eigentlich hätten sie das Stück bereits vor vier Jahren spielen wollen, verrät die Regisseurin. Sie hätten damals aber festgestellt, dass das Stück soeben in der unmittelbaren Nachbarschaft von Leuggern gespielt wurde. Um dem Publikum eine Abwechslung zu bieten, verzichteten die Stückwahlverantwortlichen dann. Heuer ist es nun soweit. Irene Mutter, die für den krankheitshalber ausgefallenen Regisseur einsprang, liefert eine solide Inszenierung. Nachdem die Schauspieler während der ersten Spielminuten noch etwas zögerlich zu spielen schienen, drehten sie im Laufe der Geschichte aber richtig auf und zeigten eine durchaus gelungene Aufführung.

Ein Erfolg scheint auch die Zusammenarbeit von Theater und Sportverein zu sein. Ein Blick auf die Mitwirkenden vor, auf und hinter der Bühne zeigt jede Menge Helfer. So lässt die Zahl an Bühnenbaumitarbeitern wohl so manchen anderen Theaterverein vor Neid erblassen. Restaurant und Bar betreut der Turnverein Leuggern.