Bad Zurzach

Vizeammann sorgt an Gmeind für Emotionen

Der Thermalort Bad Zurzach rüstet sich für die Zukunft.

Der Thermalort Bad Zurzach rüstet sich für die Zukunft.

Kaum Diskussionen, kaum Gegenstimmen und ein zu Tränen gerührter Vizeammann. Die Gemeindeversammlung im Bezirkshauptort stand im Zeichen des Wandels.

Er besitzt und zelebriert das Image des harten Hundes. Dass in ihm auch ein weicher Kern steckt, offenbarte Meinrad Moser, als ihm die 153 anwesenden der 2192 Stimmbürger einen langen Applaus spendeten. Es war für den Vizeammann die letzte Gemeindeversammlung. Nach 23 Jahren im Gemeinderat tritt er Ende Jahr zurück. Sichtlich gerührt kämpfte Moser gegen die Tränen. Erfolglos.

Erfolgreich brachte der Gemeinderat hingegen alle seine Anträge durch. Vier Traktanden beschäftigten sich mit dem Kauf und Verkauf von Liegenschaften. Die Massnahmen sollen helfen, die Gemeinde auf künftige Entwicklungen vorzubereiten und das Wachstum in geordnete Bahnen zu lenken. Vier Parzellen sollten von einer reinen Gewerbezone in eine Wohn- und Gewerbezone umgewandelt werden. Wobei eine der Parzellen an die Firma Lorzengrund Immobilien AG verkauft wird. So dürften ab 2019 in der geplanten Überbauung Salina 117 Wohnungen realisiert werden. Die Zonenplanänderung und der Verkauf wurden mit zwei respektive einer Gegenstimme gutgeheissen.

Der Kauf des Bächle-Areals für 1,2 Mio. Franken durch die Gemeinde wurde mit vier Gegenstimmen genehmigt. Dadurch soll eine spekulative, profitorientierte Entwicklung an zentraler Lage verhindert werden. Das Flecken-Original Paul Bächle (1926–2015) «würde sich über den Kauf freuen», zeigte sich Ammann Reto S. Fuchs überzeugt.

Ebenfalls genehmigt wurden der Landkauf für einen neuen Werkhof, die Anpassung des Friedhofreglements, Verpflichtungskredite für die Sanierung des Kugelfangs Schützenweg und eines Velo- und Fussgängerstegs bei der SBB-Brücke. Das Budget 2017 mit einem Aufwandüberschuss von 103’000 Franken und einem gleichbleibenden Steuerfuss von 115 Prozent wurde mit zwei Gegenstimmen angenommen.

Weiter sprach Fuchs über das Projekt Rheintal+, in dem elf Gemeinden in verschiedenen Bereichen eine Zusammenarbeit erwägen. Im Januar wird darüber informiert. Bei der Spitex prüft eine Arbeitsgruppe eine Fusion mit dem Verband Surbtal-Studenland, um die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen. Das Gefängnis im Rathaus wird im Sommer geschlossen. Die Einwendungen gegen das Alters- und Pflegeheim wurden bereinigt. Am 2. Mai erfolgt der Spatenstich. Gegen die Ostumfahrung sind noch Einwendungen hängig.

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