Bad Zurzach

Virtuoses Schnitzen mit der Motorsäge: 200 Teilnehmer messen sich am Holzerwettkampf

Am 23. Aargauischen Holzerwettkampf massen sich knapp 200 Holzer aus dem ganzen Kanton. Dabei galt es am Freitag und Samstag in verschiedenen Disziplinen wie beispielsweise dem Entasten, Fallkerben schneiden oder der Einsatzvorbereitung der Motorsäge unter Zeitdruck zu bestehen.

Es roch nach Holz und Motorenöl. Der Lärm der Motorsägen war schon von weit her hörbar. Was man als Spaziergänger, Jogger oder Velofahrer hörte im Bad Zurzacher Wald, war der 23. Aargauische Holzerwettkampf. Alle zwei Jahre findet der Wettkampf statt, jedes Mal in einer anderen Region des Aargaus. Am Wochenende stellten Forstangestellte aus dem ganzen Kanton dem Publikum in Bad Zurzach ihren Beruf vor.

Mehr Einblick in die Waldarbeit

«Ein Grossteil der Bevölkerung hat wenig Einblick in die Forstarbeit. Oft werden wir gefragt, wieso wir die gesunden Bäume fällen. Dabei ernten wir quasi diese Bäume für den Markt», formulierte es Peter Mundwyler, Präsident des OK-Teams und machte dabei den Vergleich mit einem Obstbauern. Dieser ernte ja auch nicht die faulen Früchte für den Verkauf.

Und im Forst arbeiten heisse nicht nur Bäume fällen, auch Bänke, Feuerstellen oder Gerätschaften wie diejenigen der Vitaparcours werden von den Forstarbeitern unterhalten und teilweise virtuos geschnitzt. Nebst einer vielfältigen Ausbildung lernen angehende Forstarbeiter auch den Umgang mit der Motorsäge.

Dabei galt es am Freitag und Samstag in verschiedenen Disziplinen wie beispielsweise dem Entasten, Fallkerben schneiden oder der Einsatzvorbereitung der Motorsäge unter Zeitdruck zu bestehen. Nebst Kraft (die Motorsägen haben ein Gewicht von rund fünf Kilo) ist dabei auch Geschick gefragt.

Impressionen vom Holzerwettbewerb in Bad Zurzach

Impressionen vom Holzerwettbewerb in Bad Zurzach

Am 23. Aargauischen Holzerwettkampf in Bad Zurzach massen sich knapp 200 Holzer aus dem ganzen Kanton.

Wie es geht, zeigten am Samstagnachmittag die Mitglieder der Nationalmannschaft der Holzer. Diesen galt es nachzueifern. Für die Nati war der Anlass eine gute Gelegenheit, um für das norwegische Lillehammer zu trainieren, wo sie die Schweiz im kommenden Oktober vertreten werden.

Etwas abseits röhrten die Motorsägen und Schleifgeräte der kreativen Bildhauer. Erstaunlich was aus einem vordergründig simplen Stück Holz innert weniger Stunden entstehen kann. Schildkröten, Frösche und als Hauptmotive immer wieder Adler, Bären und weitere einheimische Tiere. Die Künstler sind entweder selber im Forst tätig, oder haben sonst als Zimmermann und Schreiner mit dem Material Holz zu tun.

Frauen an die Sägen

Dieses Jahr waren nur zwei Frauen am Start in Bad Zurzach. Eine davon war die 23-jährige Kyra Stolp, die vom Forstamt Thiersteinberg gekommen war. Nicht zum ersten Mal übrigens. Über ihre Berufswahl sagte die ehemalige Gymnasiastin, dass sie nicht nur die Schulbank drücken wollte, sondern auch körperlich arbeiten «Meine Grosseltern hatten einen Hof. Ich war daher immer schon gerne draussen», erklärte die zierliche Frau.

Zugegeben, es sei anstrengend und sie musste sich teilweise gegen Vorurteile wie «Potenzial verschwendet» zur Wehr setzen. Aber es mache Spass. Momentan geht Kyra Stolp wieder in die Schule. Sie studiert Forstwirtschaft an der Fachhochschule in Bern und arbeitet nur noch 40 Prozent im Forst. «Ich habe meine Passion gefunden» schwärmte sie, sagte es, und machte sich bereit für ihren Auftritt an der Säge.

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