Zurzach

Vier wollen den letzten Sitz im Gemeinderat – vier treten nicht mehr an, darunter ein Ammann

Sie kandieren für den letzten freien Sitz im Gemeinderat von Zurzach (von links oben nach rechts unten): Daniel Imthurn (SVP), Sheela Süess (parteilos), Cyrill Tait (parteilos) und Christian Trottmann (EDU).

Sie kandieren für den letzten freien Sitz im Gemeinderat von Zurzach (von links oben nach rechts unten): Daniel Imthurn (SVP), Sheela Süess (parteilos), Cyrill Tait (parteilos) und Christian Trottmann (EDU).

Cyrill Tait machte von den Nichtgewählten beim ersten Wahlgang für den Gemeinderat Zurzach das beste Resultat. Doch auch andere glauben noch an ihre Chance, um den letzten freien Sitz zu ergattern. Zum zweiten Wahlgang kommt es Ende November.

Sechs Kandidierende haben am vergangenen Wahlsonntag den Einzug in den Gemeinderat der neuen Gemeinde Zurzach geschafft, die 2022 aus der Fusion von acht Ortschaften entsteht. Noch ist ein Sitz im Wahlkreis 1 zu vergeben, der sich aus den Gemeinden Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen zusammensetzt. Nun steht fest: Drei Kandidaten und eine Kandidatin treten zum zweiten Wahlgang am 29. November an. Drei weitere Kandidierende verzichten.

Nur gerade 36 Stimmen fehlten Cyrill Tait (parteilos) für das absolute Mehr von 442 Stimmen. Tait ist Stadtrat in Kaiserstuhl, das fast 420 Einwohner zählt. «Ich habe mich sehr über mein Wahlergebnis gefreut und bedanke mich bei den 406 Personen, die meine Kandidatur unterstützen», sagt er.

Die Kandidierenden für den 2. Wahlgang:

Für ihn ist klar: Er wird zum zweiten Wahlgang antreten. Durch die Arbeit im Rahmen der vertieften Prüfung Rheintal+ und das Mitwirken in der Umsetzungskommission sehe er das grosse Potenzial, aber auch die Herausforderungen des Zusammenschlusses. «Ich möchte weiterhin an diesem wichtigen Generationenprojekt für die Menschen in dieser Region mitarbeiten und meine vielfältige Erfahrung auch im Umgang mit Veränderungen als Mehrwert für die neue Gemeinde einbringen», begründet er seinen Entscheid.

Noch eine Frau unter den Kandidierenden

75 Stimmen hinter Cyrill Tait lag Sheela Süess (parteilos). Die Gemeinderätin des 270-Seelen-Dorfes Baldingen tritt ebenfalls zum zweiten Wahlgang an. Das gute Resultat zeige, dass viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hinter ihr stehen würden. «Ich möchte gerne im neuen Gemeinderat mitwirken, damit aus den jetzt noch acht Gemeinden eine Einheit entsteht», sagt das Mitglied der Feuerwehr Baldingen-Böbiken. «Als junge und motivierte Frau würde ich das Team gut ergänzen.»

Er sei nach wie vor sehr motiviert, sagt auch Christian Trottmann (EDU), Vizeammann der Gemeinde Rekingen mit über 940 Einwohnern. Er erzielte im ersten Wahlgang 254 Stimmen und wird im zweiten Wahlgang nochmals antreten. «Meine Arbeit in den Arbeitsgruppen Bau und Verkehr der Umsetzungskommission wird Ende 2021 natürlich noch nicht abgeschlossen sein.» Insbesondere die neue Bau- und Nutzungsordnung mit Themen wie dem Räumlichen Entwicklungsleitbild und dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr. «Mir liegt der Aufbau der neuen Gemeinde sehr am Herzen und ich möchte dabei mitwirken und mich einbringen.»

Mit 54 Stimmen verpasste der Rietheimer Daniel Imthurn (SVP) das absolute Mehr um 388 Stimmen. Dennoch will der Mitarbeiter der Zollverwaltung und Vizepräsident der Schulpflege wieder antreten. «Die Aussengemeinden Rietheim und Kaiserstuhl haben noch keinen Vertreter im künftigen Gemeinderat», sagt er. «Auch wenn meine Kandidatur für den ersten Wahlgang kurzfristig und verspätet veröffentlich wurde, war es keine Kurzschlussreaktion meinerseits, sondern wohlüberlegt und mit dem Willen, einen aktiven Beitrag bei der Mitgestaltung der zukünftigen Gemeinde Zurzach leisten zu wollen.»

Diese vier Kandidaten treten nicht mehr an

Bereits am Sonntag gab Franziska Maag (Grüne, 194 Stimmen) aus Rümikon bekannt, dass sie nicht mehr antreten wird. Nun haben sich auch der Rümiker SVP-Vizeammann Markus Perreten (161 Stimmen) und der Böbiker Ammann Adrian Thoma (parteilos, 236 Stimmen) entschieden, nicht erneut anzutreten. Thoma begründet: «Ich bin einer der Amtsältesten, und es ist bereits ein gutes Team vorhanden.» Denselben Entscheid traf auch der Rümiker FDP-Gemeinderat Sebastian Laube (213 Stimmen). «Ich möchte mich jetzt auf die Grossratswahlen konzentrieren.» Laube ist auf dem sechsten Listenplatz der Bezirkspartei. Falls er gewählt würde, möchte er sich in Aarau für die Anliegen der neuen Gemeinde Zurzach einsetzen.

Im ersten Wahlgang schon vergeben wurden die drei Sitze für den Wahlkreis 2 (Bad Zurzach): Peter Lude (parteilos), Peter Moser (CVP) und Franzisca Zölly (parteilos) erreichten alle das absolute Mehr. Andi Meier (parteilos), Esther Käser (parteilos) und Heiri Rohner (CVP) wurden im Wahlkreis 1 gewählt. Die Wahlen für die Ämter des Ammanns und des Vizeammanns finden im März 2021 statt. Bisher einziger Ammannkandidat ist Andi Meier, als Vizeammann stellten sich Peter Lude und Christian Trottmann zur Verfügung. Letzterer tritt aber nicht mehr an.

Das Resultat des 1. Wahlgangs für beide Wahlkreise:

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